+
Mit unbefristeten Streiks wollen die Kita-Beschäftigten für mehr Anerkennung kämpfen. Foto: Rolf Vennenbernd

Kitas werden unbefristet bestreikt

Berlin (dpa) - Die Eltern in Deutschland stehen vor unbefristeten Streiks in Kitas. Als erste der beteiligten Gewerkschaften gab der Beamtenbund dbb am Montag das Ergebnis seiner Urabstimmung im aktuellen Tarifkonflikt bekannt.

96,5 Prozent der Beschäftigten sind für zeitlich unbegrenzte Arbeitskampfmaßnahmen, wie der dbb-Verhandlungsführer Andreas Hemsing in Berlin mitteilte.

Bis Wochenmitte werden noch die Ergebnisse der Gewerkschaften Verdi und GEW erwartet, die mehr Mitglieder im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst haben. Eine Zustimmung zu Streiks gilt auch hier als sicher.

Hemsing sagte: "Die hohe Zustimmung zu unbefristeten Streiks ist ein Ausdruck der großen Wut, die sich bei den Beschäftigten angestaut hat." Der DBB ist bei den betroffenen Kommunalbeschäftigten schwerpunktmäßig in Nordrhein-Westfalen, aber etwa auch in Teilen Niedersachsens vertreten.

Hemsing warb bei den Betroffenen um Verständnis für die kommenden Streiks. "Qualifiziertes und motiviertes Personal ist in unser aller Interesse, damit das starke Netz aus sozialer Arbeit und Kindererziehung nicht löchrig wird."

Nach fünf Runden hatten die Gewerkschaften die Tarifverhandlungen für die bundesweit 240 000 Erzieher und Sozialarbeiter in kommunalen Einrichtungen für gescheitert erklärt. Verdi, GEW und dbb fordern eine finanzielle Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe unter anderem durch eine höhere Eingruppierung. Nach Angaben der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) beläuft sich die Gesamtforderung auf 1,2 Milliarden Euro.

Die VKA kritisierte die geplanten Arbeitskämpfe scharf. "Die angekündigten Streiks sind vollkommen unangemessenen und überzogenen", sagte Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann der "Rheinischen Post" (Montag). "Mit den Streiks in Kindertagesstätten sorgen die Gewerkschaften immer wieder für massive Belastung von Kindern und Eltern, ohne dass dies die Verhandlungen inhaltlich weiterbringt."

Die Verdi-Fachbereichsleiterin Manuela Schmidt sagte in Leipzig, dass es etwa in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wahrscheinlich ab Freitag unbefristete Streiks geben werde. Zunächst solle nicht flächendeckend, sondern nur in einigen Städten und Regionen gestreikt werden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schulz: Stärkere europäische Kooperation ist Antwort auf Trump
Für ein starkes Europa und gegen die Aufrüstungslogik von Trump - SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz schlägt nach dem G7-Gipfel in die selbe Kerbe wie Kanzlerin Angela …
Schulz: Stärkere europäische Kooperation ist Antwort auf Trump
Steinbrück stänkert gegen Schulz-Wahlkampf
SPD-Kanzlerkandidat Schulz hält seinen Fokus auf Gerechtigkeit für richtig und wichtig. Störfeuer kommt nun ausgerechnet vom 2013 krachend gescheiterten …
Steinbrück stänkert gegen Schulz-Wahlkampf
20-Jähriger stirbt bei Protesten in Venezuela
Seit mehreren Wochen befindet sich Venezuela wegen Protesten gegen die Regierung im Ausnahmezustand. Wöchentlich steigt die Zahl der Toten - nun musste ist ein weiterer …
20-Jähriger stirbt bei Protesten in Venezuela
Macron: Fester Händedruck mit Trump sollte Zeichen setzen
War das lange und kräftige Händeschütteln zwischen Emmanuel Macron und US-Präsident Donald Trump ein Machtspiel unter Politikern? Frankreichs neuer Präsident nahm nun …
Macron: Fester Händedruck mit Trump sollte Zeichen setzen

Kommentare