+
Donald Trump und Wayne LaPierre

Werbespot

Bier-Gigant disst Donald Trump beim Super Bowl - oder doch nicht?

  • schließen

Houston - Am Sonntag steigt der Super Bowl. Weil der nicht nur ein Sportereignis, sondern auch ein mediales Großereignis ist, werben viele Unternehmen zur besten Sendezeit. Eines von ihnen zeigt politisch Kante - und watscht Donald Trump ab.

Werbung soll in erster Linie eines tun: Menschen davon überzeugen, ein bestimmtes Produkt zu kaufen. Dafür geben Unternehmen sehr viel Geld aus. Eines der gefragtesten der Events der Neuzeit ist da der Super Bowl (im Live-Ticker auf tz.de). Das Finale der US-Football-Liga NFL gilt als größtes Einzelsportereignis der Welt - und ist damit attraktiv für Werbekunden. Über fünf Millionen US-Dollar kostet ein 30-sekündiger Clip zur besten Sendezeit. Keine Ahnung von Football? Kein Problem: Auf tz.de erklären wir Ihnen die wichtigsten Regeln im Football.

Politischer Bier-Clip?

Für politische Statements ist da weder Platz noch Zeit. Die Super-Bowl-Werbevideos sind daher meist skurril, lustig oder einfach nur bescheuert. Eine Ausnahme macht die Brauerei Budweiser in diesem Jahr - und zwar eine, die sich gewaschen hat. Die Tochter des Bier-Giganten Anheuser Busch macht nämlich etwas, das sich die wenigsten trauen: Sie greift den neuen US-Präsidenten Donald Trump an.

Unliebsamer Einwanderer

Das Video erzählt die Geschichte des späteren Anheuser-Busch-Mitbesitzers Adolphos Busch. Der in Deutschland geborene Mann macht sich im zarten Alter von 18 Jahren auf den Weg in die USA. Im Clip ist seine beschwerliche Überfahrt über den großen Teich zu sehen, später wird seine Ankunft auf Ellis Island vor den Toren New Yorks thematisiert - und dort ist er so gar nicht willkommen: „Wir wollen dich hier nicht“, brüllen wütende Amis den Exil-Deutschen an. „Geh zurück nach Hause.“

Plus4-Video: Die fünf besten Super Bowl-Werbespots 2017

Erfolgreicher Geschäftsmann

Busch tut natürlich nichts dergleichen, sondern kämpft sich durch. Vom unbändigen Unternehmergeist angetrieben, steigt er auf und ist später Teil eines international erfolgreichen Unternehmens - Anheuser-Busch eben. Buschs Geschichte ist ein wunderbares Abbild des typischen amerikanischen Traums: vom Tellerwäscher zum Millionär oder aber - wie in diesem Fall - vom Immigranten zum Millionär.

Ohrfeige für Trump?

Gerade debattiert die ganze Welt über den von Donald Trump verhängten „Muslim Ban“ in den USA. Der neue US-Präsident hatte per Dekret durchgesetzt, dass Flüchtlinge und Staatsangehörige bestimmter muslimisch geprägter Nationen vorübergehend nicht ins Land einreisen durften. Weite Teile der US-Gesellschaft sind der Meinung, dass das Vorgehen von Donald Trump an einer der Grundfesten der amerikanischen Gesellschaft rüttelt und einen elementaren Teil der eigenen Geschichte verleugnet - nämlich dem der Einwanderung. Der Budweiser-Clip greift genau das auf. Und die Firma selber? Die rudert zurück. Der Konzern stellte klar, dass es sich beim Clip um einen ungewollten Zufall handelt und nicht um eine bewusst politische Botschaft.

mae/Video: Glomex

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Miss Türkei verliert Titel wegen anstößigem Tweet
Die Siegerin der Miss-Türkei-Wahl ist ihre Krone wegen einer als anstößig gewerteten Twitter-Botschaft wieder los. Itir Esen verlor ihren Titel nur einen Tag nach dem …
Miss Türkei verliert Titel wegen anstößigem Tweet
US-Präsident Trump will offenbar Neufassung von Einreisebeschränkungen verkünden
US-Präsident Donald Trump will offenbar an diesem Wochenende eine neue Version seiner Einreiserestriktionen verkünden, berichten US-Medien am Freitag.
US-Präsident Trump will offenbar Neufassung von Einreisebeschränkungen verkünden
Umfrage: Jeder Zweite wünscht sich neuen Kanzler
Jeder Zweite in Deutschland wünscht sich einer Umfrage kurz vor der Bundestagswahl zufolge ein Ende der Kanzlerschaft Angela Merkels.
Umfrage: Jeder Zweite wünscht sich neuen Kanzler
Katalanen wollen sich vom Unabhängigkeitsreferendum nicht abbringen lassen
Auch durch den massiven Einsatz der spanischen Sicherheitskräfte wollen sich die Katalanen nicht von dem Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober abbringen lassen.
Katalanen wollen sich vom Unabhängigkeitsreferendum nicht abbringen lassen

Kommentare