Klimabericht im Auftrag der US-Regierung widerspricht Trump

Kurz vor der UN-Klimakonferenz hat ein im Auftrag der US-Regierung erstellter Expertenbericht zum Klimawandel Äußerungen von US-Präsident Donald Trump widersprochen.

Washington - Die Erderwärmung sei eine Realität, sie werde mit größter Wahrscheinlichkeit vom Menschen verursacht und sie wirke sich auf das tägliche Leben der Bürger aus, resümierten die Experten in einem am Freitag veröffentlichten Gutachten.

Trump hatte den Klimawandel wiederholt in Frage gestellt und den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen angekündigt. Der Bericht wurde von der Behörde für Ozean- und Atmosphärenforschung (NOAA) zusammengestellt. Finanziert wurde er unter anderem mit Mitteln des Energieministeriums und der Raumfahrtbehörde Nasa. In dem Gutachten ziehen die Experten eine Zwischenbilanz zu den Erkenntnissen über den Klimawandel.

"Unsere Zeit ist nun die wärmste in der Geschichte der modernen Zivilisation", heißt es in dem mehr als 600 Seiten starken Text. Die Experten halten es "für extrem wahrscheinlich, dass menschliches Handeln - insbesondere der Ausstoß von Treibhausgasen - die vorherrschende Ursache für die beobachtete Erwärmung" sei. Dafür gebe es "keine überzeugende alternative Erklärung".

Die Befunde stehen in Einklang mit der vorherrschenden Meinung in der Wissenschaft. Mitglieder von Trumps Regierung hatten aber immer wieder in Abrede gestellt, dass fossile Brennstoffe den Klimawandel verursachen - so etwa Scott Pruitt, der Leiter der Umweltbehörde EPA.

Der demokratische Senator Al Franken forderte Trumps Regierung zu einer Erklärung auf, wie sie mit den Befunden des Berichts umgehen wolle. Zudem müsse sie sicherstellen, dass solche wissenschaftlichen Gutachten auch künftig ohne politische Einflussnahme erstellt würden.

Am Montag beginnt in Bonn die 23. Weltklimakonferenz. Die US-Delegation dürfte dort ziemlich isoliert sein, nachdem die USA neben Syrien nun das einzige Land sind, welches das Pariser Abkommen nicht unterstützt. In den USA gibt es allerdings ein breites Bündnis aus mehreren Bundesstaaten, Kommunen und Unternehmen, das sich für einen entschiedenen Kampf gegen die Erderwärmung einsetzt.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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