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Es regnet unerfreuliche Expertisen: Donald Trump an Bord der Air Force One.

Drastische Auswirkungen beschrieben

Klimabericht von US-Experten widerspricht Trump

Amerikanische Wissenschaftler zeichnen in einem Regierungsbericht ein drastisches Bild von den Auswirkungen des Klimawandels auf die USA – schuld sei der Mensch. Ihr Präsident bestreitet diesen Zusammenhang allerdings.

München/Washington – Die Auswirkungen der Erderwärmung sind schon jetzt in den USA spürbar. Das steht in einem bisher noch nicht freigegebenen Bericht der US-Regierung zum Klimawandel. Die Durchschnittstemperatur sei in den letzten vierzig Jahren dramatisch angestiegen, die letzten Jahrzehnte seien die heißesten der letzen 1500 Jahre gewesen. Das berichtete die „New York Times“ aus der Studie, die sie vor offizieller Veröffentlichung auf ihre Internetseite stellte. Mit der Vorveröffentlichung soll einer etwaigen Abschwächung durch die US-Regierung vorgegriffen werden.

Dem Bericht zufolge hat sich die Welt seit 1865 um rund 0,9 Grad Celsius erwärmt. Wie die Zeitung zitiert, gibt es „viele Hinweise darauf, dass menschliche Aktivitäten, insbesondere die Emission von Treibhausgasen (...), die Hauptverantwortung für den jüngst beobachteten Klimawandel tragen.“ Damit widerspricht der Bericht den Aussagen von US-Präsident Donald Trump und seiner Regierung, die den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel immer wieder heruntergespielt oder angezweifelt haben.

Autoren befürchten Einflussnahme durch die Regierung

Den Bericht verfasste die Nationale Wissenschaftsakademie der USA, die alle vier Jahre im Auftrag des US-Kongresses eine Klimaanalyse herausgibt. Der Bericht muss vor der Veröffentlichung durch die US-Regierung freigegeben werden. Wie die New York Times berichtete, befürchten einige der Autoren der Studie, dass Trumps Kabinett die Veröffentlichung verhindern oder den Bericht abschwächen könnte. Der Text muss unter anderem von der amerikanischen Umweltschutzbehörde bestätigt werden. Deren Leiter, Scott Pruitt, hält das Treibhausgas Kohlendioxid für keinen wesentlichen Verursacher der Klimaveränderung - und stellt sich damit gegen den fast einstimmigen Konsens von Klimawissenschaftlern weltweit. Er ist wegen seiner Nähe zur Öl- und Gasbranche äußerst umstritten.

Trump selbst stellte schon 2012 öffentlich den Klimawandel in Frage. Damals schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter, die Erderwärmung sei ein von den Chinesen erfundenes Konzept, um der US-amerikanischen Industrie zu schaden. Inzwischen bestreitet Trump den Klimawandel nicht mehr, zweifelt aber wie der Chef der Umweltbehörde am menschlichen Einfluss auf ihn.

USA zieht sich aus Klimaabkommen zurück

Anfang Juni erklärte Trump, die USA würden sich aus dem Pariser Klimaabkommen zurückziehen und die Vereinbarung „ab sofort“ nicht mehr umsetzen. Trump sagte, er könne keinen Vertrag unterstützen, „der die USA bestraft“. Millionen Jobs würden durch den Ausstieg aus dem Abkommen gerettet. Das Abkommen sei „ein schlechter Deal“ für die USA. Statt dessen wolle er sich für eine Renaissance fossiler Energien wie Kohle einsetzen. Am Freitag hatte das US-Außenministerium den Ausstieg schriftlich bestätigt. Um die Interessen der USA zu wahren, will Trump aber weiter verhandeln.

Obwohl eine knappe Minderheit der Republikaner zuletzt für einen Verbleib im Pariser Abkommen war, wird Trump von den Republikanern im US-Kongress unterstützt. Mehrere von ihnen haben Verbindungen zur fossilen Brennstoffindustrie und deren Lobbygruppen.

Mit dem Entwurf der Nationalen Wissenschaftsakademie wird Trump nun aus den eigenen Reihen widersprochen. Der Bericht stellt keine politischen Forderungen auf, macht aber klar, dass die Emission von Treibhausgasen in den USA drastisch reduziert werden müssen, um extremste Klimaveränderungen zu vermeiden.

Lesen Sie auch: Klatsche für Trump: Umfrage ergibt desaströses Ergebnis

von Nabila Abdel AZIZ

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