Wladimir Putin während Videokonferenz mit Emmanuel Macron
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Russlands Präsident Wladimir Putin lauscht der Rede seines französischen Amtskollegen Emmanuel Macron.

Virtuelle Tagung

Bittere Panne bei Bidens Klimagipfel: Putin plötzlich im Bild - Macron mitten in Rede rüde unterbrochen

US-Präsident Joe Biden hat die 40 Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Nationen zum Klimagipfel geladen. Dabei lief nicht alles nach Plan.

Washington/Paris - US-Präsident Joe Biden lädt aktuell zum virtuellen Klimagipfel. Der Demokrat schaltete dabei 40 Staats- und Regierungschefs zu einer Online-Tagung zusammen. Das Treffen soll die Dringlichkeit und den wirtschaftlichen Nutzen von stärkeren Klimaschutzmaßnahmen auf dem Weg zur Klimakonferenz der Vereinten Nationen im November in Glasgow unterstreichen - blieb allerdings nicht ohne eine Panne aus.

Klimagipfel von Joe Biden: Macrons Rede unterbrochen - Putin noch nicht bereit

Die Rede von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist auf dem virtuellen Klimagipfel in Washington jäh unterbrochen worden. „Vielen Dank, Herr Präsident. Ich übergebe nun das Wort an den Präsidenten Russlands, seine Exzellenz Wladimir Putin“, sagte US-Außenminister Antony Blinken inmitten von Macrons Rede am Donnerstag während des Gipfels. Die Rede wurde auf einem Bildschirm übertragen.

Macron sprach zunächst weiter, dann wurde Präsident Putin zugeschaltet, der aber offenbar noch gar nicht bereit für seine Rede war - und erst nach einiger Zeit zu sprechen begann. Macron bekam dann später allerdings noch eine zweite Chance - seine Rede wurde noch einmal vollständig gezeigt. Aus Élyséekreisen hieß es kurz darauf, es habe ein technisches Problem auf der US-Seite gegeben.

Klimagipfel: USA wollen Treibhausgasemissionen halbieren - auch Deutschland mit dabei

Letztlich blieb der technische Fauxpas jedoch ein Ausnahmefall und die Teilnehmer:innen konnten sich wieder der Klimafrage zuwenden. Die neue US-Regierung will den Kampf gegen den Klimawandel ins Zentrum ihrer Außen- und Sicherheitspolitik stellen und eine Vorreiterrolle spielen. Mit einer eigenen neuen Zielsetzung will Washington auch andere Länder zu ehrgeizigeren Absichten bewegen. Die Vereinigten Staaten hatten angekündigt, bis zum Jahr 2030 die Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Jahr 2005 halbieren zu wollen.

Deutschland habe seine Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Referenzjahr 1990 um 40 Prozent gesenkt, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ebenfalls zugeschaltet war. Die Bundesrepublik werde ihren Beitrag leisten, um das nun verbindliche EU-Ziel, die Treibhausgase bis zum Jahr 2030 um 55 Prozent zu senken, erreichen zu können, sagte Merkel weiter. 

Klimagipfel: EU verplfichtet sich zu Senkung der Treibhausgase

Für den zweitägigen Gipfel haben neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wladimir Putin unter anderem auch Chinas Staatschef Xi Jinping und der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ihre Teilnahme zugesagt. Die USA und China sind die weltweit größten Kohlendioxidproduzenten, sodass es besonders auf ihre Bemühungen ankommt. Kein Eingeladener hat nach Angaben des Weißen Hauses abgesagt.

Am Tag vor dem Klimagipfel verpflichtete sich die Europäische Union offiziell zu einer Senkung der Treibhausgase um mindestens 55 Prozent bis 2030 und eine Wirtschaft ohne neue Klimalasten bis 2050. Will die EU ihre neuen Ziele erreichen, muss sie in den kommenden Jahren ihre Wirtschaft komplett umbauen. Die Hoffnung ist, dass die USA, China und andere große Verschmutzer mitmachen, um die gefährliche Erwärmung der Erde zu stoppen. (as/dpa)

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