Auge einer Frau mit Flagge der Volksrepublik VR China als einer der größten Emittenten von Co2 weltweit
+
Die Volksrepublik China ist einer der größten Emittenten von Co2 weltweit

Bis 2060 klimaneutral

Klimaschutz in China: Entwicklung und Projekte

Beim Klimaschutz verfolgt China eine Strategie, die vor allem auf Innovationen setzt. Dennoch spielen fossile Energieträger derzeit noch eine große Rolle.

  • Die chinesische Führung plant bis 2060 komplett klimaneutral zu wirtschaften
  • Kooperationen mit der EU und den USA spielen beim Klimaschutz eine wichtige Rolle
  • Jedoch wurden 2019 in China viele neue Kohlekraftwerke in Betrieb genommen

China: Die Rolle des Klimaschutzes

Peking/München - China ist als bevölkerungsreichstes Land der Welt auch der weltgrößte Emittent von Klimagasen. Es trägt derzeit gut ein Viertel zu den weltweiten Emissionen bei. Pro Kopf und bei den kumulierten Emissionen - also jenen seit Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts - liegt China weit hinter den USA und anderen westlichen Ländern.

Der chinesische Präsident Xi Jinping hat im September 2020 vor den Vereinten Nationen angekündigt, dass die Volksrepublik China „vor 2030“ den Höhepunkt der Treibhausgas-Emissionen erreichen und bis 2060 vollkommen klimaneutral wirtschaften will. Dies will China durch technologische Innovation, aber auch den erhöhten Einsatz erneuerbarer Energien erreichen. Schon jetzt installiert kein Land soviel Wind- und Solarenergie wie China. Zugleich ist China aber auch der weltweit größte Kohle-Verstromer der Welt. Xi hat auf dem Klimagipfel von US-Präsident Joe Biden im April 2021 daher angekündigt, dass der Kohleverbrauch ab 2025 sinken werde und bis dahin strikt kontrolliert werden solle.

Der Klimaschutz steht in China mittlerweile auf der politischen Tagesordnung. Das Land hat gemeinsam mit den meisten Staaten der Welt das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet. Dieses legt fest, dass der globale Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad beschränkt werden müsse. Im November müssen die Staaten auf der Klimakonferenz von Glasgow ihre Ziele noch einmal verschärfen.

Bisher steigen Chinas Emissionen also noch. Die CO2-Emissionen lagen Ende 2020 um 1,5 Prozent über denen zum Ende 2019.

Um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, arbeiten die EU und China schon länger auf politischer Ebene zusammen. Seit dem Jahr 2005 gibt es dazu eine Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und der Volksrepublik China, die sich mit Klimawandel und Umweltschutz beschäftigt. Zuletzt wurde auf dem EU-China-Gipfel im Juli 2018 die Entschlossenheit und Anstrengung zur Umsetzung des Klimaschutzabkommens von Paris bekräftigt. Seither sprechen beide Seiten immer wieder über das Thema.

Vor allem auf folgenden Gebieten wurde eine intensivere Zusammenarbeit vereinbart:

  • Emissionshandel (im Rahmen einer Absichtserklärung)
  • Energieeffizienz
  • Saubere Energie, langfristig Ausstieg aus der Kohle
  • Kohlenstoffarme Städte
  • Emissionsarmer Verkehr
  • Investitionen in Klimatechnologie

Eines der chinesischen Klimaschutz-Projekte ist der Aufbau eines Emissionshandelssystem ähnlich dem System Europas. Die Zusammenarbeit mit EU-Experten und bei Simulationsmodellen spielt dabei eine wichtige Rolle.

Klimaschutz: Zusammenarbeit Chinas auch mit den USA

Nicht nur die EU, sondern auch die USA sind beim Klimaschutz ein wichtiger Partner Chinas beim Klimaschutz. Zuletzt haben sich beide Länder auf eine intensivere Zusammenarbeit geeinigt. Während der Präsidentschaft Donald Trumps war diese Kooperation eingeschlafen. Nach der Amtsübernahme von Joe Biden im Januar 2021 nahmen beide Seiten den Gesprächsfaden wieder auf - so etwa bei einer Reise des US-Klimagesandten John Kerry im April 2021 nach Shanghai zu seinem Counterpart, dem erfahrenen chinesischen Klima-Unterhändler Xie Zhenhua. Dabei vereinbarten beide eine gemeinsame Arbeitsgruppe zum Klima sowie eine engere Zusammenarbeit. Präsident Xi Jinping ließ sich wenige Tage später zu dem von Biden ausgerichteten virtuellen Klimagipfel zuschalten.

Klimaschutz in China: Alternative Mobilitätskonzepte

In einigen Bereichen nimmt die Volksrepublik China im Bezug auf klimafreundliches Wirtschaften eine Vorreiterrolle ein. Zu nennen ist hier vor allem das Thema Elektromobilität. Peking puscht seit Jahren den Aufbau der Elektromobilität - durch Absatzziele für Elektroautos, Quoten und Subventionen. Für den Individualverkehr wurde zuletzt vor allem in ostchinesischen Großstädten die Ladeinfrastruktur für Elektrautos stark ausgebaut. Mittlerweile gibt es im gesamten Land über 1,3 Millionen Ladestationen, davon entfallen knapp 42,5 Prozent auf den öffentlichen Bereich. Auch die deutschen Autobauer wie VW investieren in China vermehrt in alternative Antriebe. Um am chinesischen Markt zu bestehen, müssen alle Hersteller zunehmend auf batteriebetriebene Elektroautos, Plug-In-Hybridfahrzeuge oder auch Brennstoffzellen-Autos setzen.

China arbeitet zudem am Aufbau einer Batterieproduktion für Elektroautos sowie an Batteriespeichern. Vor allem für einzelne Spezialkomponenten braucht das Land dabei noch Kooperationen mit ausländischen Partnern. Diese Komponenten werden entweder von ausländischen Partnern direkt in China produziert oder in das Land importiert.

China und Klimaschutz: Das Problem der Kohleförderung

Auch wenn die chinesische Regierung beim Klimaschutz auf dem Papier ambitionierte Ziele verfolgt, so wurden dennoch allein im Jahre 2019 innerhalb des Landes Kohlekraftwerke mit einer Leistung von über 43.800 Megawatt neu in Betrieb genommen. Auch im Jahre 2020 sind Kohlekraftwerke mit einer Leistung von über 38.000 Megawatt in Betrieb gegangen. Weitere Kapazitäten wurden genehmigt.

Um die seitens der Regierung ausgelobten Klimaziele zu erreichen, müsste das Land jedoch die Kohlekraftwerkskapazitäten allein bis 2030 auf über 40 Prozent herunterfahren. Angesichts der Aussage Xis, den Verbrauch ab 2025 zu reduzieren, hoffen Experten darauf, dass einige lokale Baugenehmigungen für neue Kohlekraftwerke wieder zurückgenommen werden. Bestehende Kohlekraftwerke müssten dann möglichst bald geschlossen werden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare