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Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf: Im Jahr 2017 wird der weltweite CO2-Ausstoß um zwei Prozent zunehmen.

Im CO2-Ranking nur Mittelmaß

Deutschland und die Klima-Wende: Was liegt im Argen?

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Beim Klimaschutz-Index ist Deutschland entgegen den Bekundungen von Kanzlerin Angela Merkel gerade mal „mittelmäßig“ unterwegs. Hier die Antworten auf derzeit brennende Fragen.

München - Startschuss für die heiße Phase der Weltklimakonferenz in Bonn: Kanzlerin Angela Merkel sprach vor den Delegierten aus aller Welt darüber, wie Deutschland die Klimaziele erreichen will. Denn im Moment sieht die Bilanz für das selbst ernannte Klima-Musterland düster aus: Laut dem Klimaschutz-Index liegt Deutschland unter 56 Staaten lediglich auf Rang 22.

Warum steht Deutschland im Vergleich relativ schlecht da?

Die Forscher und Umweltorganisationen, die den Index erstellen, werfen der bisherigen Bundesregierung vor, keine ausreichenden Maßnahmen zur Verringerung der Kohlendioxid (CO2)-Emissionen beschlossen zu haben. Insbesondere beim Verkehr und der Kohleverstromung gebe es enorme Mängel. Gute Noten gibt es für Strom aus erneuerbaren Energien, für das hohe Engagement in der internationalen Klimadiplomatie sowie für die anspruchsvollen Ziele für 2050. Zugleich aber drohe Deutschland seine Klimaziele für 2020 zu verfehlen.

Was sagt Angela Merkel?

Die Kanzlerin nannte den Klimawandel in ihrer Rede vor dem UN-Gipfel „Schicksalsfrage der Menscheit“. Allzu konkret wurde Merkel bei den Lösungsansätzen aber nicht – schließlich wollte sie den Kompromissen der Jamaika-Verhandlungen nicht vorgreifen.

Rot, wohin das Auge reicht: Zahlreiche Nationen schneiden beim Klimaschutz-Index 2018 „sehr schlecht“ ab.

Wer sind die schlimmsten Klimasünder?

Die USA – auch wegen ihres Ausstiegs aus dem Klimavertrag. Daneben sind Australien, Südkorea, Iran und Saudi-Arabien besonders schlimme Klima-Sünder. Die Saudis bemühten sich trotz ihres Geldes und des Überflusses an Sonne so gut wie überhaupt nicht um erneuerbare Energien, so die Experten. Weil kein Staat uneingeschränkt vorbildlich ist, ließen die Autoren des Index die ersten drei Ränge unbesetzt.

Wie sieht es weltweit mit dem Klima aus?

Erstmals seit der Industriellen Revolution und außerhalb von Krisenzeiten sind die menschengemachten CO2-Emissionen in den Jahren 2014 bis 2016 stabil geblieben, so die Studie. Die Nutzung von Kohle geht zurück – 2016 wurden weltweit 1,7 Prozent weniger verbrannt als im Vorjahr. „Der Fortschritt ist viel zu langsam“, bilanziert Mitautor Stephen Singer.

Was könnte die Bundesregierung in Berlin besser machen?

Laut einer Analyse der Denkfabrik Agora Energiewende könnten die 20 ältesten deutschen Braunkohlekraftwerke kurzfristig stillgelegt werden, ohne die Stromversorgung zu gefährden. Für Aufsehen sorgt unterdessen die scharfe Kritik eines US-amerikanischen Politik-Magazins an der deutschen Bundesregierung: Dem Bericht zufolge verhalte sich Deutschland heuchlerisch.

KR

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