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In dem Tarifstreit ging es um die Arbeits- und Tarifbedingungen für rund 55.000 Ärzte. Foto: Rolf Vennenbernd/Illustration

2,5 Prozent mehr Geld

Einigung bei Klinikärzten - keine weiteren Streiks

Monatelang haben die Ärzte der kommunalen Kliniken mit den Arbeitgebern über mehr freie Wochenenden und eine bessere Bezahlung gestritten. Jetzt gibt es eine Einigung.

Berlin (dpa) - Patienten der mehr als 500 kommunalen Krankenhäuser in Deutschland müssen vorerst keine weiteren Ärztestreiks befürchten.

In den Tarifverhandlungen der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden (VKA) ist am Mittwoch nach mehr als 24-stündigen Verhandlungen in Berlin eine Einigung erreicht worden.

Die rund 55.000 Ärzte bekommen rückwirkend zum 1. Januar 2019 2,5 Prozent mehr Geld. Die Gehälter steigen dann jeweils zum 1. Januar 2020 und 2021 noch einmal um 2 Prozent. Vereinbart wurde auch eine korrekte elektronische Erfassung von Arbeitszeiten ab dem 1. Juli dieses Jahres und eine Beschränkung von Wochenenddiensten. Die Ärzte sollen ab 1. Januar 2020 mindestens zwei Wochenenden im Monat frei haben. "Für den Marburger Bund ist das ein bemerkenswerter Erfolg hartnäckiger Tarifarbeit", sagte der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, in Berlin.

Der Verhandlungsführer der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, Dirk Tenzer, sagte in Berlin, man sei bei den Verhandlungen hart an die Grenze des Machbaren gegangen. "Das sind erhebliche Belastungen für die Krankenhäuser, die erstmal verkraftet werden müssen". Auf die Kliniken kommen demnach Zusatzkosten von rund einer halben Milliarde Euro zu. Wegen der strengeren Auflagen für Dienstzeiten wird nach Einschätzung der Arbeitgeber an einigen Kliniken auch mehr Personal notwendig werden.

"Durch die neuen Regelungen bekommen wir in den Krankenhäusern aber auch eine bessere Planbarkeit und Stabilität und Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte, die in Deutschland mit die besten sind", sagte Tenzer der Deutschen Presse-Agentur. Die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie mache damit die kommunalen Kliniken auch als Arbeitgeber attraktiver.

In dem monatelangen Tarifstreit hatten die Ärzte zuletzt mit Warnstreiks ihre Forderungen untermauert. Teilweise mussten deswegen Operationen verschoben werden. "Wir werden jetzt in den kommunalen Krankenhäusern für mehr als zwei Jahre Ruhe haben", sagte Marburger-Bund-Chef Henke. Solange soll die neu vereinbarte Tarifregelung laufen.

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