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Der ukrainische Politiker und frühere Profiboxer Witali Klitschko.

Schärfere Russland-Sanktionen gefordert

Klitschko attackiert deutsche Wirtschaft

Berlin - Der ukrainische Politiker und frühere Profiboxer Witali Klitschko hat Teile der deutschen Wirtschaft wegen deren Widerstandes gegen die Russlandsanktionen scharf angegriffen.

„All diejenigen, die Sanktionen gegen Russland infrage stellen, zeigen damit, dass ihnen die Opfer in der Ukraine in Wahrheit gleichgültig sind“, sagte der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew der „Bild am Sonntag“. "Ich finde es unglaublich, dass einigen Wirtschaftsführern in Deutschland Geld offenbar wichtiger ist als Menschenleben."

Der frühere Profiboxer (43) forderte zugleich eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland. „Es war die russische Regierung, die die Krim annektiert hat und danach tausende Soldaten in die Ostukraine schickte“, betonte Klitschko. Der Westen habe viel zu spät verstanden, dass es nicht nur ein lokaler Konflikt zwischen der Ukraine und Russland sei, sondern dass dieser Konflikt die ganze Welt angehe.

Ramelow kritisiert Russland-Sanktionen

Thüringens designierter Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kritisierte die Russland-Sanktionen. "Sie lösen das Problem nicht", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Unsere Aufgabe ist es, die Drehscheibe zu sein - und uns nicht auf eine Seite zu stellen", fügte Ramelow mit Blick auf Thüringen hinzu. Die Thüringer Nahrungsmittelproduzenten hätten durch das Embargo ein Fünftel des Umsatzes verloren. Auch der Maschinenbau bleibe auf Anlagen sitzen. "Uns trifft das Russland-Embargo hart."

Ramelow steht am Freitag im Erfurter Landtag zur Wahl. Er ist der Kandidat einer Dreierkoalition von Linkspartei, SPD und Grünen. Neben der Linken kritisieren auch Teile der deutschen Industrie das Embargo. Zuletzt hatten der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und der letzte DDR-Regierungschef Lothar de Maizière (CDU) mit Kritik an der Russlandpolitik der Bundesregierung für Aufsehen gesorgt.

Die EU hatte kürzlich weitere Strafmaßnahmen gegen prorussische Separatisten in der Ostukraine verhängt, die Strafmaßnahmen gegen Russland aber weder verschärft noch gemildert. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Russland kürzlich vorgeworfen, wegen der Krim-Annexion und der Unterstützung der prorussischen Separatisten in der Ostukraine das Völkerrecht "mit den Füßen zu treten".

dpa/AFP

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