+
Würde gern im Amt bleiben: Außenminister Gabriel. Foto: Silas Stein

Umfrage

Knappe Mehrheit will Gabriel als Außenminister behalten

Das wird der SPD zu denken geben: Rund die Hälfte der Deutschen möchte Sigmar Gabriel weiterhin im Außenministerium sehen.

Berlin (dpa) - Eine knappe Mehrheit von 54 Prozent der Deutschen wünscht sich, dass der frühere SPD-Chef Sigmar Gabriel in einer möglichen neuen großen Koalition Außenminister bleibt. Das ergab eine repräsentative Umfrage von Kantar Emnid für die Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die in der SPD alternativ gehandelten Kandidaten Heiko Maas und Katarina Barley landeten weit abgeschlagen: Für den geschäftsführenden Justizminister Maas sprachen sich nur 13 Prozent aus, für Barley, die zurzeit geschäftsführend das Arbeits- und das Familienministerium führt, nur sieben Prozent. Neun Prozent wollten keinen dieser Kandidaten, 17 Prozent machten keine Angaben.

Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, riet der SPD-Spitze, Gabriel bei einer Neuauflage der großen Koalition wieder einen wichtigen Posten zu übertragen. "Ich finde, auf so ein Pfund sollte nicht verzichtet werden", sagt er der "Berliner Zeitung". Gabriel habe als Parteichef sehr viel getan, um SPD und Gewerkschaften wieder miteinander zu versöhnen.

Auf die Frage, ob Gabriel Außenminister bleiben sollte, sagte der DGB-Vorsitzende: "Die SPD muss intern entscheiden, welche Funktion er übernimmt. Aber dass Sigmar Gabriel in der Politik gebraucht wird, das ist doch sehr naheliegend."

Die SPD-Spitze will erst das Ende ihres Mitgliederentscheids über eine Neuauflage der großen Koalition abwarten, bevor sie ihre Ministerriege benennt. Die SPD kann nach der Koalitionsvereinbarung mit der Union die Ressorts Außen, Finanzen, Arbeit, Justiz, Umwelt und Familie besetzen. Gabriel werden nach seinen Attacken gegen den scheidenden SPD-Chef Martin Schulz nur noch geringe Chancen eingeräumt, obwohl er in der Bevölkerung hohes Ansehen genießt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Söder und Aiwanger: Weniger Geld für die acht umstrittenen Sonderbeauftragten
Die bayerische Staatsregierung will bei den umstrittenen acht Sonderbeauftragten noch einmal nachbessern. Der Knackpunkt sind die Bezüge.
Söder und Aiwanger: Weniger Geld für die acht umstrittenen Sonderbeauftragten
Ringen um den Brexit-Deal: Spanien droht mit Nein
Offiziell unterstützt die EU einmütig den Brexit-Kompromiss mit Großbritannien. Doch nun kommen Drohungen aus Madrid. Und auch die bedrängte britische Regierungschefin …
Ringen um den Brexit-Deal: Spanien droht mit Nein
Israel und Polen sagen Nein zum Migrationspakt
CDU-Gesundheitsminister Spahn bekennt sich zu seinem Vorschlag, dass Deutschland den UN-Migrationspakt notfalls später unterzeichnet. Unterdessen verabschieden sich …
Israel und Polen sagen Nein zum Migrationspakt
CSU schickt Kristina Frank ins Rennen: Wird sie Münchens neue Oberbürgermeisterin? 
Die tz hatte in der Dienstagausgabe darüber spekuliert, bereits am Mittwoch soll es offiziell werden: Kristina Frank, Münchens Kommunalreferentin, wird OB-Kandidatin der …
CSU schickt Kristina Frank ins Rennen: Wird sie Münchens neue Oberbürgermeisterin? 

Kommentare