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Charlotte Knobloch ist Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

Antisemitismusbeauftragter in Merkels Behörde?

Knobloch fordert Signal aus dem Kanzleramt gegen Judenhass

Dachau - Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, hat einen Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung gefordert.

„Insbesondere ein im Kanzleramt angesiedelter Antisemitismusbeauftragter wäre das ersehnte Signal, dass die jüdischen Menschen mit ihren Sorgen und Warnungen ernst genommen werden und dass der Judenhass nicht allein als Problem der jüdischen Bürger erkannt wird - sondern als Problem der Gesamtgesellschaft“, sagte Knobloch am Sonntag auf der Gedenkveranstaltung zum 72. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau.

Knobloch beklagte einen zunehmenden Antisemitismus in Deutschland. „Es macht mich wütend, dass jüdische Menschen gut 70 Jahre nach dem Holocaust wieder Opfer von Ausgrenzung und Anfeindung werden.“ Zudem warnte sie in deutlichen Worten vor dem erstarken rechter Parteien und Gruppierungen - und ihrer Ansicht nach verharmlosenden Formulierungen wie „rechtspopulistisch“. „Nationalismus bleibt Nationalismus. Antisemitismus bleibt Antisemitismus. Rassismus bleibt Rassismus - das blaue Deckmäntelchen kann den braunen Kern der AfD nicht verdecken.“

Das Konzentrationslager Dachau war am 29. April 1945 von amerikanischen Soldaten befreit worden. Im „Modell- und Musterlager“ - dem ersten großen, dauerhaft angelegten KZ der Nazis - waren bereits von März 1933 an insgesamt mehr als 200 000 Menschen inhaftiert.

dpa

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