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Charlotte Knobloch.

Kranzniederlegung "skandalös"

Knobloch: Pegida muss gestoppt werden

München - Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, fordert ein Verbot der islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Demonstrationen in Deutschland.

„Pegida ist eine offen rassistische, fremdenfeindliche und antisemitische Bewegung, die gestoppt werden muss“, sagte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern in einer Mitteilung vom Dienstag. Vor allem der Münchner Ableger sei inzwischen „offen rassistisch, fremdenfeindlich, antisemitisch - kurzum menschenverachtend.“

Insbesondere mit Blick auf den 9. November, den Tag der Reichspogromnacht von 1938 also, warnt Knobloch vor einer Pegida-Demonstration. „Es wäre absolut unerträglich, wenn auch am 9. November der Aufmarsch der Neonazis genehmigt würde, an jenem Tag, als Goebbels 1938 von München aus die ‚Reichskristallnacht‘ initiierte. Die Vorstellung, 77 Jahre später könnten wieder Nazis als Mob durch unsere Straßen ziehen, erfüllt mich mit blankem Entsetzen und Wut.“ Die Stadt München sollte notfalls auch vor dem Bundesverfassungsgericht für ein entsprechendes Demonstrationsverbot eintreten.

Am Montag hatten sich Pegida-Demonstranten in München zu einer Kundgebung mit anschließender Kranzniederlegung am Platz der Opfer des Nationalsozialismus versammelt. Davor habe der Pegida-Sprecher sichtlich Probleme gehabt, diesen Akt den ‚Spaziergangs‘-Teilnehmern zu erklären, so Knobloch. "Spätestens in diesem Moment war klar, dass das folgende schauerliche Schauspiel nichts weiter als die Verspottung der Opfer war. Dass sich diese Perfidie ohne staatliche oder juristische Intervention zutragen konnte, ist ein Skandal."

dpa/hn

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