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Erst die Aussage von Carsten S. (l.) brachte den Anschlag mit dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ in Verbindung

Erstmals Thema im Prozess

Tod auf Knopfdruck: Dritte NSU-Bombe?

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München - Der NSU-Prozess hat sich erstmals mit dem mutmaßlich dritten Bomben-Anschlag des Terror-Trios befasst, der erst durch die Aussage des Mitangeklagten Carsten S. bekanntgeworden war.

S. hatte in seinem Geständnis ausgesagt, dass sich die mutmaßlichen NSU-Haupttäter Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in seiner Gegenwart über einen weiteren Bombenanschlag mit einer Taschenlampenattrappe unterhalten haben. Tatsächlich gab es im Juni 1999 in einer Nürnberger Gaststätte einen solchen Anschlag, der bis zu S.’ Aussage nicht dem NSU zugerechnet worden war. Ein Mitarbeiter war bei der Explosion schwer verletzt worden.

Gestern sagte ein Sprengstoffexperte des LKA zu den Ermittlungen nach dem Anschlag aus. Als er die Gaststätte „Sonnenschein“ betreten habe, habe er den „Geruch von Chinaböllern“ wahrgenommen. Tatsächlich ergaben die Ermittlungen, dass es sich bei der Bombe um ein Metallrohr handelte, das mit Schwarzpulver gefüllt war. Das Rohr steckte in der Attrappe, der Zünder war mit dem Knopf der Taschenlampe verbunden, berichtet der Beamte. Auf Knopfdruck explodierte die Bombe.

Dass der Mitarbeiter, der die Taschenlampe auf einer Toilette gefunden hatte, nicht lebensgefährlich verletzt wurde, lag allein an einem Konstruktionsfehler der Bombe. Eigentlich hatten die Täter das Rohr absichtlich angesägt, damit es zersplittert. Hätte das geklappt, wäre die Bombe tödlich gewesen, sagte der Polizist.

Ein ausländerfeindlicher Hintergrund sei zwar geprüft worden, es habe dafür aber „keinerlei Hinweise“ gegeben. Stattdessen richteten sich die Ermittlungen irgendwann gegen das Opfer selbst, das wegen Drogendelikten aufgefallen war. Vertreter der Nebenklage kritisierten die Ermittlungen scharf. Schon in der Erstmeldung der Explosion sei ein fremdenfeindlicher Hintergrund ausgeschlossen worden. Es mache ihn „unruhig“, dass man niemals von diesem NSU-Anschlag erfahren hätte, wenn der Angeklagte S. geschwiegen hätte, sagte Anwalt Mehmet Daimagüler. Und das, obwohl die Bundesanwaltschaft alle Taten des NSU bereits vor dem Prozess für „ausermittelt“ erklärt habe.

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