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Koalitionen nach Bundestagswahl: Eine Option ist vom Tisch – Lindner wendet sich an Baerbocks Partei

  • Andreas Schmid
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Welche Koalitionen sind nach der Bundestagswahl 2021 aktuell möglich? Welche Parteien könnten sich zusammenschließen? Alle Koalitions-Infos im News-Ticker.

  • Welche Parteien regieren nach der Bundestagswahl in Deutschland?
  • Laut vorläufigem Ergebnis werden dem neuen Bundestag so viele Abgeordnete angehören wie nie zuvor (siehe Update vom 27. September, 6.31 Uhr).
  • Christian Lindner möchte sich zuerst mit den Grünen zusammensetzen (siehe Update vom 27. September, 6.46 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zu möglichen Koalitionen wird regelmäßig aktualisiert.
  • Weitere Infos zur Bundestagswahl 2021 erhalten Sie in unserem Politik-Newsletter.

Update vom 27. September, 6.46 Uhr: Die SPD ist zwar stärkste Kraft geworden (siehe vorheriges Update) und will mit Olaf Scholz den nächsten Kanzler stellen - die Union erhebt aber trotz ihrer historischen Niederlage ebenfalls den Anspruch, die Regierung anzuführen. Beide setzen dafür auf ein Bündnis mit Grünen und FDP.

Rechnerisch einzig mögliches Zweierbündnis ist eine neue große Koalition, die aber weder SPD noch Union wollen. Deshalb dürfte es zum ersten Mal seit den 50er Jahren im Bund ein Dreierbündnis geben. Laschet sicherte etwaigen Partnern bereits zu, sie sollten in einer Regierung unter ihm durchaus mit eigenen Positionen sichtbar sein.

FDP-Chef Christian Lindner schlug noch am Wahlabend vor, dass sich Liberalen und Grüne vorab zusammensetzen, um Schnittmengen und Streitpunkte zunächst untereinander auszuloten, bevor es in Sondierungen geht. Sein Vize Wolfgang Kubicki unterstützte das in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Lindner würde lieber mit Laschet koalieren, die Grünen lieber mit Scholz. Wann grün-gelbe Gespräche beginnen, war zunächst nicht bekannt.

Eine Option fällt für Scholz bei den Verhandlungen weg: Rot-Grün-Rot hätte keine Mehrheit.

Bundestagswahl: SPD-Sieg in vorläufigem Ergebnis bestätigt

Update vom 27. September, 6.31 Uhr: Die SPD hat die Bundestagswahl mit 25,7 Prozent der Stimmen knapp gewonnen. Das geht aus dem vorläufigen Ergebnis hervor, das der Bundeswahlleiter am Montagmorgen bekannt gab. Die Union aus CDU und CSU erreichte demnach 24,1 Prozent.

Die Grünen kamen mit 14,8 Prozent auf Platz drei, gefolgt von der FDP mit 11,5 Prozent und der AfD mit 10,3 Prozent. Die Linke erhielt 4,9 Prozent der Stimmen - sie verfehlte damit die Fünf-Prozent-Hürde. Da sie aber drei Wahlkreise direkt gewann, greift die sogenannte Grundmandatsklausel. Das bedeutet, dass die Linke mit der vollen Zahl von 39 Abgeordneten in den Bundestag einzieht, die ihr laut dem Zweitstimmenergebnis zusteht.

Vorläufiges Ergebnis der Bundestagswahl: Rekordzahl an Abgeordneten

Einen Sitz im neuen Bundestag bekommt zudem der Südschleswigsche Wählerverband (SSW). Für die Partei der nationalen Minderheiten der Dänen und Friesen gelten Fünf-Prozent-Klausel und Grundmandatsklausel nicht. Ihre in Schleswig-Holstein geholten Zweitstimmen reichen deswegen für einen Sitz aus.

Insgesamt werden dem Bundestag mehr Abgeordnete angehören als je zuvor. Laut Bundeswahlleiter gibt es 735 Abgeordnete - damit wird die bisherige Rekordzahl von 709 Parlamentariern in der abgelaufenen Legislaturperiode noch übertroffen.

Koalitionen nach der Bundestagswahl: Hochrechnungen zerstören schon ein Bündnis 

Update vom 26. September, 23.39 Uhr: Die Grünen legen in den aktuellen Hochrechnungen leicht zu. Die ARD sieht die Partei mittlerweile bei 14,5 Prozent. In der Erhebung zuvor waren die Grünen noch mit 0,4 Prozentpunkten weniger gehandelt worden. Weil auch die SPD 0,1 Prozentpunkte dazu gewinnt, könnte ein rot-grün-rotes Bündnis doch noch möglich sein. Vorausgesetzt die Linke erreicht den Einzug in den Bundestag.

Damit Rot-Grün-Rot möglich ist, braucht es allerdings weitere Zuwächse. Fest steht: Nach aktuellen Hochrechnungen kann diese Koalition aus SPD, Grünen und Linke nicht gebildet werden. Inwiefern SPD und Grüne allerdings ein Bündnis mit einer geschwächten Linken eingehen, ist ohnehin fraglich. Daher sind zwei Koalitionen weitaus wahrscheinlicher: Eine Ampel aus SPD, Grünen und FDP sowie eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, Grünen und FDP.

Übrigens: Die Linke wird auch beim Reißen der Fünf-Prozent-Hürde im Bundestag vertreten sein. Denn die Partei sicherte sich die erforderlichen drei Direktmandate.

Bundestagswahl-Ergebnisse: Die Zahlen im Überblick

HochrechnungUhrzeitCDU/CSUSPDGrüneFDPAfDLinkeSonstige
infratest dimap23:36 Uhr24,1 %25,8 %14,6 %11,5 %10,5 %4,9 %8,6 %
Forschungsgruppe Wahlen23:36 Uhr24,2 %26,0 %14,3 %11,5 %10,6 %5,0 %8,4 %

Koalitionen nach der Bundestagswahl: Laschet und Scholz wollen Entscheidung „vor Weihnachten“

Update vom 26. September, 22.13 Uhr: Die Wahllokale in Deutschland sind seit 18 Uhr geschlossen, immer mehr Stimmen werden ausgezählt. Wenn das offizielle Wahlergebnis am frühen Montagmorgen bekannt sein wird, ist die Regierungsbildung aber längst noch nicht abgeschlossen. Denn entsprechende Koalitionen müssen erst noch miteinander verhandeln.

SPD und Union haben nach der Bundestagswahl nun dafür geworben, ihre jeweiligen Koalitionsverhandlungen über eine neue Bundesregierung vor Weihnachten abzuschließen. Es müsse alles dafür getan werden, „dass wir vor Weihnachten fertig sind“, sagte SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz am Sonntagabend in der „Berliner Runde“ von ARD und ZDF. „Ein bisschen vorher wäre auch noch gut.“

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet sprach sich in derselben Sendung gegen eine lange Phase von Sondierungen vor eigentlichen Koalitionsverhandlungen aus. „Ich finde, dafür haben wir nicht die Zeit“, sagte der CDU-Chef. Er verwies darauf, dass Deutschland kommendes Jahr die Präsidentschaft der Gruppe großer Industrieländer (G7) habe. Auch deshalb müsse „die neue Regierung sehr zeitnah ins Amt kommen“ und es einen Abschluss der Koalitionsverhandlungen „auf jeden Fall vor Weihnachten geben“.

Aktuelle Hochrechnungen zeichnen nach wie vor dasselbe Bild: Weil eine Zusammenarbeit zwischen SPD und Union unwahrscheinlich ist (obwohl ein Zweierbündnis rechnerisch möglich ist), sind insbesondere zwei Koalitionen vorstellbar: Eine Ampel aus SPD, Grünen und FDP sowie eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, Grünen und FDP. Auch laut den aktuellen Hochrechnungen ist eine rot-grün-rote Koalition aus SPD, Grünen und Linkspartei rechnerisch nicht möglich. Die Linkspartei muss sogar um den Einzug in den Bundestag zittern. Sollte die Partei die Fünf-Prozent-Hürde reißen, müsste sie drei Direktmandate gewinnen. Auch das ist momentan fraglich.

Koalitionen nach der Bundestagswahl: Laschet wirbt für „Neuanfang“ - Zeichen für Jamaika?

Update vom 26. September, 21.20 Uhr: Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet setzt nach der Bundestagswahl auf einen Neustart. „Nach meiner Einschätzung ist jeder der Meinung, dass diese große Koalition, auch der Arbeitsstil dieser großen Koalition, nicht zukunftsträchtig ist“, sagte Laschet nach der Abstimmung am Sonntagabend in der „Berliner Runde“ von ARD und ZDF. „Wir brauchen hier einen echten Neuanfang, der auch nicht so erzwungen wird“, fügte der CDU-Politiker mit Blick auf die vergangene Koalitionsbildung an. „Und das, was jetzt beginnt, muss auch den Reiz haben, dass man sagt: Ja, da kommen unterschiedliche gesellschaftliche Strömungen zusammen. Da entsteht was, was vielleicht diesem Land einen neuen Schub geben kann, auch mit den Dingen, die man versöhnt: Wirtschaft und Ökologie noch stärker versöhnen als bisher.“ Klingt stark nach einem Bündnis mit FDP und Grünen.

Wie sein SPD-Rivale Olaf Scholz hat auch Laschet erklärt, Kanzler werden und eine Regierung bilden zu wollen. Es zeichnet sich eine komplizierte Regierungsbildung ab. Einzig denkbares Zweierbündnis wäre eine neue große Koalition, die aber weder SPD noch Union wollen. Deshalb dürfte es voraussichtlich zum ersten Mal seit den 50er Jahren ein Dreierbündnis im Bund geben. Rechnerisch sind mehrere Konstellationen möglich.

Update vom 26. September, 21.09 Uhr: Bei der künftigen Regierungskoalition geht es nach den Worten von Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock um eine Weichenstellung für die Zukunft. Die nächste Bundesregierung müsse die Weichen dafür stellen, dass Deutschland in den nächsten zwei Jahrzehnten klimaneutral werde, sagte Baerbock am Sonntagabend in der „Berliner Runde“ von ARD und ZDF. Und da müsse man mit allen Akteuren sprechen: „Es geht nicht um den kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern es geht jetzt wirklich in diesem historischen Moment ..., die Weichen für die Zukunft zu stellen.“

Mit welchen Parteien dies geschehe, ließ Baerbock offen. Rechnerisch möglich sind laut aktuellen Hochrechnungen sowohl eine Ampel-Koalition (SPD, Grüne, FDP) als auch ein Jamaika-Bündnis (CDU/CSU, Grüne, FDP). Ein rot-grün-rotes Bündnis aus SPD, Grünen und der Linkspartei hat laut aktuellen Hochrechnungen keine Mehrheit.

Koalitionen nach der Bundestagswahl: Habeck hält Ampel-Bündnis genauso für möglich wie Jamaika-Koalition

Update vom 26. September, 20.15 Uhr: Ampel oder Jamaika? Grüne und FDP mit der SPD oder mit der CDU/CSU? Das scheint nach den ersten Hochrechnungen zur Bundestagswahl die entscheidende Frage. Denn: Ein rot-grün-rotes Bündnis aus SPD, Grünen und der Linkspartei ist laut den aktuellen Zahlen nicht möglich. Auch eine Große Koalition aus CDU/CSU und SPD ist rechnerisch möglich, gilt aber als unwahrscheinlich, da beide Parteien nach den Äußerungen zuletzt wohl lieber nicht mehr miteinander regieren möchten.

Während ein Zweier-Bündnis mit den Sozialdemokraten aus seiner Sicht „reibungslos geklappt“ hätte, sei es bei einem Dreier-Bündnis mit der FDP als zusätzlichem Partner deutlich komplizierter. Ein Ampel-Bündnis sei schließlich „nicht Rot-Grün mit ein bisschen gelbem Kitt“, hob der Grünen-Chef hervor. Diese Konstellation müssten die Beteiligten „nochmal neu denken, neu verstehen“.

Koalitionen nach der Bundestagswahl 2021: FDP favorisiert wohl Jamaika-Koalition

Update vom 26. September, 19.39 Uhr: Der FDP-Vorsitzende hat Christian Lindner zu einem politischen Aufbruch in Deutschland aufgerufen. Dabei betonte er Gemeinsamkeit mit den Grünen. „Grüne und FDP verbindet, dass beide einen eigenständigen Wahlkampf geführt haben. Beide haben sich - aus unterschiedlicher Perspektive - gegen den Status quo der großen Koalition gewandt“, sagte Lindner.

„Die Parteien der großen Koalition dagegen haben in der Summe nicht gegenüber der letzten Wahl gewonnen. Und deshalb kann es in Deutschland kein Weiter so geben. Jetzt ist die Zeit für einen neuen Aufbruch.“ Als mögliche Koalitionen werden eine Ampel mit der SPD und eine Jamaika-Koalition mit der CDU/CSU gehandelt. Im ZDF betonte Lindner, sich inhaltlich mehr mit einer Jamaika-Koalition zu identifizieren.

Mit Blick auf eine Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP sagte Lindner, es müsse jetzt geklärt werden, „ob sich alle Beteiligten fair darin wiederfinden können“. Er war nach der Wahl 2017 nach wochenlangen Gesprächen aus solchen Verhandlungen ausgestiegen. Der FDP-Chef schloss auch dieses Mal nicht aus, dass seine Partei am Ende Nein sagen könnte. Wenn aber Gutes bewirkt werden könne, „dann darf man die Regierung des Landes nicht anderen überlassen.“

Koalitionen nach der Bundestagswahl 2021: Scholz und Laschet sprechen nach den Hochrechnungen

Update vom 26. September, 19.10 Uhr: Mittlerweile haben sich auch die beiden Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (SPD) und Armin Laschet (Union) zu möglichen Koalitionen geäußert - beziehungsweise auch nicht. Scholz bedankte sich bei den Bürgern für das gezeigte Vertrauen und sah sich bereits als Wahlsieger. Über mögliche Regierungsbündnisse sprach der aktuelle Vizekanzler jedoch nicht.

Sein Kontrahent, Armin Laschet, ließ sich bei seiner Rede ebenfalls nicht wirklich in die Karten schauen. Der CDU-Chef stellte allerdings klar eine Koalition „unter Führung der Union“ bilden zu wollen. Es brauche jetzt eine „Zukunftskoalition“, sagte Laschet offenbar mit Blick auf ein mögliches Jamaika-Bündnis aus Union, Grünen und FDP. In diese Richtung hatte sich zuvor CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak geäußert (siehe Update um 18.20 Uhr). Bundeskanzler werde derjenige, „dem es gelingt, Gegensätze zu verbinden“, meinte Laschet.

Die aktualisierten Hochrechnungen von ARD und ZDF zeigen mit Blick auf die Koalitionen dasselbe Bild: Rot-Grün-Rot ist rechnerisch nicht möglich.

Koalitionen nach Bundestagswahl 2021: Auch erste Hochrechnung zerstört Rot-Grün-Rot

Update vom 26. September, 18.46 Uhr: Die ersten Hochrechnungen wurden soeben veröffentlicht - und Union und SPD liegen sehr dicht beieinander; wie bereits in der 18-Uhr-Prognose (siehe Update um 18.02 Uhr). Eine Fortsetzung der Großen Koalition ist ebenso möglich wie ein Dreierbündnis mit nur einem der beiden aktuellen Regierungsparteien. Bei einer Dreierkoalition dürfte es wohl auf eine Ampel (SPD, Grüne, FDP) oder eine Jamaika-Koalition (CDU/CSU, Grüne, FDP) hinauslaufen. Beide Bündnisse sind laut ersten Hochrechnungen ungefährdet möglich. Ebenso wie übrigens eine Kenia-Koalition (SPD, CDU/CSU, Grüne) oder ein Deutschland-Bündnis (SPD, CDU/CSU, FDP).

Ein im Vorfeld der Bundestagswahl diskutiertes rot-grün-rotes Bündnis mit SPD, Grünen und der Linkspartei ist nach den ersten Hochrechnungen nicht möglich. Bei ARD und ZDF fehlen einige wenige Sitze für die absolute Mehrheit im Bundestag. Falls die Linke übrigens unter die Fünf-Prozent-Hürde rutschen sollte, werden drei gewonnene Direktmandate benötigt, um doch noch im Bundestag (und damit bei möglichen Sondierungsgesprächen) beteiligt zu sein.

Koalitionen nach Bundestagswahl: FDP will mitregieren - Grüne werben um Gunst der SPD

Update vom 26. September, 18.32 Uhr: Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat sich sehr zufrieden über das Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl geäußert. „Heute Abend feiern wir zunächst einmal, weil das das erste Mal in der Geschichte unseres Landes ist, dass die FDP bei einer Bundestagswahl zwei Mal in Folge zweistellig wird“, sagte Kubicki am Sonntagabend im ARD-Wahlstudio. „Wir freuen uns riesig.“ Was Koalitionsmöglichkeiten betreffe, müsse man jetzt erst einmal abwarten. Die FDP wolle mitregieren. „Rot-Grün-Rot wird wahrscheinlich nicht funktionieren.“

Update vom 26. September, 18.26 Uhr: Die Grünen haben enttäuscht und selbstkritisch auf die ersten Prognosezahlen reagiert. „Wir haben eigene Fehler gemacht“, sagte Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner. „Wir haben zwar deutlich zugelegt, aber es fällt mir schwer, mich über dieses Zulegen so richtig zu freuen“, sagte Kellner am Sonntagabend. Die Erwartungen seien deutlich größer gewesen. Man werde „in Ruhe nach dem Wahlergebnis schauen, was wir daraus an Lehren ziehen“. Es sei aber nach wie vor klar, dass es eine klare Präferenz zu einer Koalition mit der SPD gebe.

Koalitionen nach Bundestagswahl: Union „gesprächsbereit“ - Ziemiak wirbt für Jamaika

Update vom 26. September, 18.20 Uhr: CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat nach der Bundestagswahl für eine „Zukunftskoalition“ der Union mit Grünen und FDP geworben. Sie ist rechnerisch möglich - „und deswegen muss man miteinander sprechen,“, sagte Ziemiak am Sonntagabend in der ARD.Es gebe ein „Kopf-an-Kopf-Rennen“. Es werde sich zeigen, wer die Nase vorne habe. In der ARD-Prognose lagen Union und SPD gleichauf, im ZDF führten die Sozialdemokraten mit 26 Prozent vor der CDU/CSU mit 24 Prozent.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sieht die Union trotz deutlicher Wahleinbußen am Zuge, Gespräche über eine neue Bundesregierung zu führen. „Es gibt verschiedene Koalitionsoptionen, die jetzt möglich sind“, sagte der CSU-Spitzenkandidat am Sonntagabend in der ARD. Er betonte: „Ja, wir sind gesprächsbereit.“ Es sei deutlich geworden, „dass in diesem Land Rot-Rot-Grün keine Mehrheit hat“. 

Koalitionen nach Bundestagswahl: Rot-Grün-Rot laut 18-Uhr-Prognose nicht möglich

Update vom 26. September, 18.02 Uhr: Soeben wurde die erste Prognose zur Bundestagswahl veröffentlicht. Die ersten Zahlen von infratest dimap (ARD) sowie der Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) versprechen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der CDU/CSU sowie der SPD. Die ARD sieht die aktuellen Regierungsparteien gleichauf, das ZDF die SPD vor der Union. Annalena Baerbock und die Grünen lauten laut 18-Uhr-Prognose auf Rang drei. Auf den Plätzen dahinter folgen die FDP sowie die AfD mit zweistelligen Ergebnissen. Die Linke hat laut 18-Uhr-Prognose den Einzug in den Bundestag knapp geschafft, muss allerdings zittern. Sie wird bei ARD und ZDF mit 5 Prozent geführt.

Was bedeuten diese Zahlen nun für die möglichen Koalitionen? Eine rechnerische Mehrheit im Bundestag hätte laut aktueller Prognose etwa eine erneute Große Koalition aus SPD und CDU/CSU.

Blickt man auf die Dreierbündnisse, so ergeben sich gleich mehrere mögliche Koalitionen. Klare Mehrheiten hätte laut Prognose sowohl eine Ampel (SPD, Grüne, FDP) als auch eine Jamaika-Koalition (CDU/CSU, Grüne, FDP). Theoretisch möglich sind auch eine Kenia-Koalition oder ein Deutschland-Bündnis, sollten sich SPD und CDU/CSU mit den Grünen beziehungsweise der FDP einen dritten Partner mit ins Boot holen. Dieses Szenario gilt allerdings als unwahrscheinlich.

Spannend: Ein rot-grün-rotes Bündnis ist nach aktueller Prognose nicht möglich. Eine Zusammenarbeit mit der AfD lehnen sämtliche Parteien kategorisch ab.

Update vom 26. September, 17.30 Uhr: Der thüringische Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sieht die rot-rot-grüne Minderheitsregierung in seinem Bundesland als mögliches Vorbild für die Zukunft. „Thüringen zeigt wie unter einem Brennglas, was in Deutschland in der Zukunft noch an anderen Orten notwendig sein kann“, sagte der SPD-Politiker der Zeitung nd.DerTag. „Nämlich, bei einem sehr diversifizierten Landtag ohne Mehrheitskoalition und ohne Tolerierung durch die Opposition neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Regierung und Opposition zu finden - bei einer gleichzeitig viel stärkeren Einbeziehung der Bürgerschaft auch zwischen den Wahlen“, sagte der frühere Bundesverkehrsminister (2005 bis 2009)..

Bundestagswahl 2021: Umfrage zeigt Zustimmung der Deutschen zu möglichen Koalitionen - kein klarer Favorit

Update vom 26. September, 16.20 Uhr: Das Ergebnis der Bundestagswahl steht noch nicht fest, doch schon jetzt scheint klar: Es wird wohl mehrere mögliche Koalitionen geben. Die Deutschen sind sich derweil uneins darüber, welches Bündnis es sein soll. Laut einer eine aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv wird keine Koalition von mehr als 20 Prozent der Befragten favorisiert.

So befürworten jeweils 18 Prozent der Befragten eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen oder ein Bündnis von SPD, Grünen und der Linken. 13 Prozent hätten am liebsten eine Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen. 11 Prozent der Befragten bevorzugen ein Bündnis aus CDU/CSU, SPD und FDP (Deutschland-Koalition) und 10 Prozent der Befragten eines aus SPD und Grünen. Dass ihnen eine Regierung aus CDU/CSU, SPD und Grünen (Kenia-Koalition) oder eine erneute große Koalition aus CDU/CSU und SPD am liebsten wären, geben jeweils 6 Prozent der Befragten an.

Auch die Anhänger der einzelnen Parteien sind - mit Ausnahme der Anhänger der Linken - in ihren Koalitionspräferenzen eher gespalten, was darauf hindeutet, dass die Koalitionsarithmetik für die Wahlbürger eine untergeordnete Rolle spielt. Von den Unions-Anhängern favorisieren 50 Prozent „Jamaika“. 21 Prozent der Anhänger wären eine Koalition der Union mit SPD und FDP lieber.

Unter den SPD-Anhängern gibt es keinen klaren Favoriten: Jeweils rund ein Viertel würde eine Ampel (28%) oder Rot-Grün-Rot (24%) bevorzugen, 16 Prozent sprechen sich für ein rot-grünes Bündnis aus, wenn dies möglich wäre. Auch die Anhänger der Grünen sind in der „Koalitionsfrage“ gespalten: Jeweils etwa ein Viertel bevorzugt eine rot-grüne Koalition (29%), eine Ampel (25%) sowie Rot-Grün-Rot (23%). Die FDP-Anhänger sprechen sich am ehesten für Jamaika aus (46%). Eine eindeutige Präferenz haben lediglich die Anhänger der Linken. Von ihnen wünschen sich 91 Prozent ein rot-grün-rotes Bündnis.

Update vom 26. September, 14.23 Uhr: Auch das Ausland beobachtet die Bundestagswahl aufmerksam. Die britische Sonntagszeitung The Observer schreibt zum Beispiel: „Es ist nicht zu erwarten, dass eine Partei eine Mehrheit im Bundestag erlangt. Koalitionsgespräche zur Bildung einer neuen Regierung könnten Monate dauern. In der Zwischenzeit bleibt Merkel praktisch im Amt. Die Ungewissheit darüber, wer sie ersetzen wird, ist eine große Veränderung im Vergleich zu der oft vorhersehbaren Politik der vergangenen 16 Jahre.“

Update vom 26. September, 15.23 Uhr: Kanzlerkandidat Armin Laschet hat sich am Wahlsonntag eine Panne geleistet: Sein Wahlzettel war falsch gefaltet, sodass zu sehen war, wo er seine zwei Kreuze gemacht hat. Alles zu den Konsequenzen sowie letzten Zahlen und Infos lesen Sie in unserem News-Ticker zur Bundestagswahl 2021.

Und weiter: „Aber man sollte darüber nicht allzu begeistert sein. Weder Olaf Scholz, der die SPD, die größte Mitte-Links-Partei, anführt, noch Armin Laschet, Merkels konservativer Wunschkandidat für die Nachfolge der CDU, bieten radikal unterschiedliche Programme an. Beide Männer betonen die Kontinuität, während sie für bescheidene, schrittweise Veränderungen eintreten. Dies ist ein Problem. Im Wahlkampf sind wichtige Themen deutlich geworden, die während der Ära Merkel ignoriert wurden.“

Update vom 26. September, 12.43 Uhr: Gibt es auf Bundesebene bald ein Novum? Je nach Wahlergebnis ist es möglich, dass Deutschland demnächst von einer Dreierkoalition geführt wird (siehe Update vom 26. September, 9.49 Uhr). Ist die Union dabei, sind es de facto sogar vier Parteien, wenn man CDU und CSU separat zählt. Die Sondierungs- und Koalitionsgespräche könnten sich also in die Länge ziehen. Muss sich Angela Merkel sogar noch einmal auf eine Neujahrsansprache vorbereiten? Abwarten. Was die Kanzlerin nach der Wahl machen wird, lesen Sie hier bei Merkur.de.

Bundestagswahl: Welche Koalition regiert bald in Deutschland?

Update vom 26. September, 9.49 Uhr: Welche Koalition wird es werden? Beobachter gehen davon aus, dass bald ein Dreier-Bündnis regiert. Olaf Scholz umwarb bei seinem letzten Termin vor er Bundestagswahl nochmals die Grünen um Annalena Baerbock. „Das ist meine Lieblingskoalition“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat in seinem Wahlkreis in Potsdam (wo er mit Baerbock um ein Direktmandat ringt).

Neben Rot-Grün sind den Umfragen zufolge aber auch eine „Ampel“ (SPD, Grüne und FDP), Rot-Grün-Rot (SPD, Grüne und Linke) sowie „Jamaika“ (CDU, Grüne und FDP) denkbar. Theoretisch gäbe es auch noch die „Deutschland“-Koalition ( Union, SPD, FDP) und „Kenia (Union, SPD, Grüne). Die letzten vier Bezeichnungen beziehen sich auf die „Erkennungsfarben“ der Parteien, die in bestimmten Kombinationen einer Landesflagge gleichen..

Koalitionen der Bundestagswahl: Wer regiert künftig Deutschland? Diese Bündnisse sind aktuell möglich

Unsere Erstmeldung: Berlin - Nach der Bundestagswahl ist das Ende des Wahlkampfs vorerst beendet. In den Tagen, Wochen und womöglich Monaten nach dem Wahltag wird es aber noch einmal richtig interessant. Denn es stellt sich die Frage, welche Regierung zukünftig die politischen Geschicke in der Bundesregierung lenkt. Welche Koalition regiert nach der Bundestagswahl 2021?

Bundestagswahl 2021: Keine Mehrheit - vieles deutet auf Dreier-Koalition hin

Es kommt zu einer Koalition mehrerer Parteien, wenn keine Partei bei die absolute Mehrheit (50 Prozent) erreicht. Die absolute Mehrheit wurde in Deutschland allerdings seit 1961 (CDU/CSU) nicht mehr erreicht. Auch bei dieser Bundestagswahl wird es zu keiner absoluten Mehrheit kommen. Bisher regierten in Deutschland fast ausschließlich Zweierbündnisse, stets unter Führung der CDU oder der SPD.

Bündnisse mit mehr als zwei Koalitionspartnern gab es nur unter Deutschlands erstem Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU). In seinem ersten Kabinett fanden sich neben der Union auch die FDP sowie die rechtsgerichtete Deutsche Partei (DP) wieder. Im zweiten Kabinett war zudem der Gesamtdeutsche Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (kurz GB/BHE) vertreten. Wie sieht es nach dieser Bundestagswahl aus? Vieles deutet auf ein Dreierbündnis hin?

Diese Koalitionen sind rechnerisch nach der Bundestagswahl 2021 vorstellbar

Große KoalitionSPD, CDU/CSU
AmpelSPD, Grüne, CDU/CSU
Rot-Grün-Rot (R2G)SPD, Grüne, Linke
JamaikaCDU/CSU, Grüne, FDP
KeniaSPD, CDU/CSU, Grüne
DeutschlandSPD, CDU/CSU, FDP

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Bundestagswahl: SPD will Union in die Opposition schicken - Koalition mit Grünen und ... ?

Laut den Umfragen vor der Bundestagswahl kommt rechnerisch zwar auch eine Fortführung der Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD infrage. Die Sozialdemokraten zeigten sich im Wahlkampf allerdings wenig begeistert von diesem Modell. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz schloss eine Groko zwar nicht explizit aus, meinte aber mit Blick in Richtung CDU und CSU: „Ich glaube, dass die meisten Wählerinnen und Wählern sich wünschen, dass die Union in der Opposition ist.“ Sein Wunschpartner seien derweil die Grünen: „Ich will keinen Hehl daraus machen, dass ich am liebsten eine Regierung mit den Grünen bilden möchte“, sagte Scholz im letzten TV-Triell. Auch die Grünen um Kanzlerkandidatin Annalena-Baerbock äußerten sich klar pro SPD.

Gewinnt die SPD die Bundestagswahl, sind mehrere Bündnisse unter sozialdemokratischer Führung denkbar. Holen sich SPD und Grüne die FDP mit ins Boot, käme es zur ersten Ampel-Koalition auf Bundesebene. Ein entsprechendes Bündnis regiert momentan in Rheinland-Pfalz. Denkbar scheint auch ein rot-grün-rotes Bündnis. In dieser Konstellation würde die SPD neben den Grünen mit der Linkspartei regieren - so wie momentan in Hamburg, Bremen und Thüringen. Dafür müsste die Linke allerdings einerseits Kompromisse in der Außenpolitik eingehen und andererseits die Fünf-Prozent-Hürde schaffen, um in den Bundestag einzuziehen. In den Umfragen rangierte die Partei vor der Wahl bei sechs bis sieben Prozent.

Bundestagswahl 2021: Sondierungs-Comeback für Jamaika-Koalition?

Rechnerisch möglich scheint eine Zusammenarbeit von SPD und Union. Neben der Großen Koalition kommen dahingehend ein Deutschland-Bündnis (SPD, Union, FDP) sowie eine Kenia-Koalition (SPD, Union, Grüne) infrage. Da aber eine Groko wohl über ausreichend Mehrheiten hätte und die SPD ohnehin lieber nicht mit der CDU/CSU regieren würde, handelt es sich dabei nur um ein theoretisches Modell. Wie aber sieht die Lage aus, sollte die Union eine Regierung bilden können?

Neben den genannten Optionen mit der SPD kommt dann eine Jamaika-Koalition ins Spiel, also eine Regierung aus CDU/CSU, Grünen und der FDP. Ein entsprechendes Bündnis regiert seit 2017 in Schleswig-Holstein unter CDU-Ministerpräsident Daniel Günther. Die FDP, die nach dieser Bundestagswahl wohl eine entscheidende Rolle einnehmen wird, sieht sich einem Jamaika-Bündnis deutlich näher als einer Ampel, obwohl die Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl 2017 gescheitert waren (FDP-Chef Lindner: „Es ist besser nicht zu regieren, als falsch zu regieren.“).

Bundestagswahl 2021: Jamaika als Unions einzige Chance auf eine Regierung?

Jamaika scheint in jedem Fall die einzige Chance für Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet auf eine unionsgeführte Koalition zu sein. Kommt die SPD auf mehr Stimmen, stellt sie in einer möglichen Regierung mit der Union auch den Kanzler. Wichtig: Die Partei, die am Wahltag die meisten Stimmen bekommt, muss nicht zwingend den Regierungschef stellen. Ein mögliches Szenario: Die SPD gewinnt die Bundestagswahl, kann sich aber nicht auf eine Koalition einigen. Währenddessen feilschen CDU/CSU an einer Zusammenarbeit mit Grünen und FDP und bilden eine mehrheitsfähige Regierung. Aufgrund der grünen Nähe zur SPD zwar unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen. Eine Regierung mit der Linkspartei schließt die CDU/CSU aus. Sämtliche Parteien wollen zudem nicht mit der AfD koalieren.

Welche Koalition letztlich Deutschland regiert, entscheidet sich in den Sondierungsgesprächen nach der Bundestagswahl. Bis dahin halten wir Sie in diesem News-Ticker zu allen wichtigen Entwicklungen rund um den Wahltag auf dem Laufenden. Wie äußern sich die Parteien zu möglichen Bündnispartnern? Welche Koalitionen werden ausgeschlossen? Auf Merkur.de bekommen Sie alle Infos rund um die Bundestagswahl 2021. Darüber hinaus versorgen wir Sie mit allen wichtigen Daten und Zahlen auf unserer interaktiven Karte mit allen Ergebnissen für Wahlkreise und Gemeinden. (as)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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