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Merkur-Redakteur Mike Schier.

Wahljahr 2017

Kommentar: Die Grünen in der Koalitionsfalle

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Eine Episode zeigt, wie zerrissen die Grünen ins Wahljahr 2017 starten: Offiziell meidet die Spitze jede Koalitionsaussage, doch die polarisierte Stimmung im Land treibt die beiden Lager gerade in dieser Frage weiter auseinander. Ein Kommentar. 

Jürgen Trittin, grüner Ex-Minister im Unruhestand, durfte dieser Tage im „Spiegel“ lautstark von einer Rückkehr in ein neues Bundeskabinett träumen – und von Rot-Rot-Grün, der einzigen Koalition, in der ein solches Comeback denkbar scheint. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Via „Facebook“ meldete sich aus der schwäbischen Provinz der provokante Kommunal-Realo Boris Palmer zu Wort. Sieben Punkte listet der Tübinger OB über Trittin auf. Kleines Beispiel: „Trittin ist immer noch das Gegenteil eines Zugpferds beim Wähler.“

Die Episode zeigt, wie zerrissen die Grünen ins Wahljahr 2017 starten: Offiziell meidet die Spitze natürlich jede Koalitionsaussage, doch die polarisierte Stimmung im Land treibt die beiden Lager gerade in dieser Frage immer weiter auseinander. Hier die Realos, die offen in Richtung Merkel-CDU flirten. Und dort die Linken, die sich unter der SPD in ein neues Linksbündnis träumen. Und es sind letztere, also die Jürgen Trittins oder Simone Peters, die nicht nur Kretschmann und Özdemir schlaflose Nächte bescheren, sondern auch die Umfragewerte belasten.

Es könnte noch richtig ungemütlich werden. Jetzt rächt sich, dass die Partei in der Frage der Spitzenkandidatur nur bei den Männern eine Urwahl zustande brachte. So ist mit Katrin Göring-Eckardt eine Realo-Vertreterin gesetzt. Zugleich deutet vieles darauf hin, dass auch der männliche Part vom rechten Flügel kommt. Da die Parteichefin Peter seit der Silvesterdebatte massiv beschädigt ist, hoffen selbst Realos auf ein wenigstens akzeptables Ergebnis für Toni Hofreiter. Die Linken dürften ihr Gesicht nicht komplett verlieren, heißt es. Eine interne Schieflage könnte es der Partei erschweren, in diesem aufgewühlten Wahlkampf Kurs zu halten. Doch so oder so droht spätestens bei möglichen Koalitionsverhandlungen ein offener Machtkampf der beiden Flügel.

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