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NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) bei "Hart aber fair".

"Hart aber fair"

Köln-Übergriffe: Grenzwertige Diskussion bei Plasberg

Berlin - "Die Schande von Köln - was sind die Konsequenzen?" So lautete der Titel der ersten Ausgabe von "Hart aber fair" mit Frank Plasberg im Jahr 2016. Um Aufarbeitung sollte es gehen, doch am Ende herrschte vor allem Fassungslosigkeit. 

Harte Kost für die erste Ausgabe von "Hart aber fair" im Jahr 2016: Um die Skandalnacht von Köln sollte es gehen, um die Frage nach der Aufarbeitung und die Konsequenzen, die Politik und Gesellschaft aus den Übergriffen ziehen müssten. Dafür hatte Talker Frank Plasberg Ex-Familienministerin Christina Schröder (CDU), Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), SZ-Innenpolitik-Chef Heribert Prantl, Polizeigewerkschaftschef Rainer Wendt und Renate Künast (Grüne) geladen. "Die Schande von Köln - was sind die Konsequenzen?", so lautete der Titel, er drängte sich schließlich auf. Deutschland ist in Aufruhr, die Herkunft der Männer, die in Köln Frauen auf vielfältige Weise angriffen, beherrscht die Diskussion.

Hart aber fair: Kraft entschuldigt sich

Eingangs hatte NRW-Landeschefin die erste TV-Talkrunde seit Silvester als Gelegenheit für eine Entschuldigung genutzt: "Wir konnten die Betroffenen dort nicht schützen, das darf nicht passieren. Ich will mich bei allen Frauen entschuldigen, es tut mir wirklich außerordentlich leid."

Ob der Zuschauer ihr diese Entschuldigung abnimmt angesichts der Tatsache, dass weite Teile der Bevölkerung Politik und Medien der Verschleierung und Beschönigung beschuldigen? Zumindest spielte diesem Bild der geladene Vertreter der Polizeigewerkschaft in die Karten. Rainer Wendt erklärte, die Nicht-Nennung von Ethnien und Migrationshintergrund in Polizeiberichten sei der politischen Korrektheit geschuldet:  In "Erfüllung einer politischen Erwartungshaltung, die gezüchtet wird" hätte die Polizei ihre Sprachregelungen abgemildert. 

Darauf schaltete sich Heribert Prantl von der "Süddeutschen Zeitung" ein. Er entgegnete, die Arbeit der Polizei habe strafrechtlich relevantes Vokabular zu benutzen und die Taten nicht zu interpretieren. Kein seriöses Medium verschweige, was in der Silvesternacht passiert sei.

"Schwieriger als die deutsche Einheit"

Die SPD- und Grünen-Politikerinnen in der Plasberg-Runde begegneten dem Verschleierungs- und Beschönigungs-Vorwurf wahlweise mit Dementi oder dem Bekenntnis zur Härte des Rechtsstaats. "Bei uns wird ja erfasst, wenn Straftaten von Ausländern begangen werden", beteuerte Hannelore Kraft. Als "schwieriger als die deutsche Einheit" bezeichnete Renate Künast die Flüchtlingskrise.

Grenzwertig wurde es, als sich Christina Schröder mit der These, muslimische Männergewalt werde tabuisiert, beim Publikum beliebt machte. "Gerade bei Migranten mit muslimischem Hintergrund finden wir eine gewisse Vorstellung von Männlichkeit vor, die oft mit Gewalt verknüpft ist", sagte sie. Schröder war nach Silvester mit einem Tweet aus der Versenkung aufgetaucht, der die "gewaltlegitimierenden Männlichkeitsnormen in der muslimischen Kultur" zum Thema hatte.

Zuschauerkommentare, verlesen von Zuschaueranwältin Brigitte Büscher, geben ein deutliches Stimmungsbild: Von "Grenzen dicht - mehr sag ich nicht" bis "Wer vor einem deutschen Gericht landet, hat sein Gastrecht verloren" reichten die Zuschriften, direkt und indirekt hinterfragen die Bürger das Recht auf Asyl in Deutschland. Ebenso wie die Ex-Familienministerin, die erklärte, dass man "wieder über nationale Grenzen" nachdenken müsse, sollte die von der CSU geforderte Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen in diesem Jahr schon Ostern erreicht werden.

mm

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