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Die Ermittler berichten über neue Erkenntnisse im Fall Köthen.

Offizieller Ursache wurde angezweifelt

Nach tödlichen Streit in Köthen: Polizei veröffentlicht neue Details zur Todesursache 

Nach einem Streit mit zwei Afghanen ist ein 22-Jähriger Deutscher in Köthen gestorben. Die Ermittler veröffentlichten nun neue Details zur Todesursache.

Halle - Nach dem Tod eines 22-Jährigen Deutschen nach einem Streit mit zwei Afghanen hat die Polizei nun weitere Details bekannt gegeben. Laut einer Obduktion war die Todesursache des Opfers ein Herzinfarkt. Das wurde im Internet und von der AfD allerdings angezweifelt.

Die Ermittler bekräftigten nun noch einmal, dass der 22-Jährige durch einen Herzinfarkt starb. Eine inzwischen erfolgte feingewebliche Untersuchung bestätige dies noch einmal, so Professor Rüdiger Lessig, Chef der Rechtsmedizin der Universität Halle. Das Opfer habe seit seiner Geburt an Fehlbildungen des Herzens gelitten und deshalb mehrmals operiert worden. „Es hätte bei ihm jederzeit zu einem Herzinfarkt kommen können“, sagt Lessig. 

Anhaltspunkte dafür, dass der Mann zu Tode geschlagen oder getreten worden sein könnte, gibt es laut der Ermittler dagegen nicht.

Der 22-Jährige Deutsche war in der Nacht zu Sonntag, 9. September, nach einem Streit mit zwei Afghanen gestorben. Nach bisherigen Erkenntnissen habe das Opfer scheinbar bei einer Auseinandersetzung schlichtend eingreifen wollen. Dem 22-Jährigen sei ins Gesicht geschlagen worden, woraufhin er zu Boden gestürzt sein soll. Die beiden Afghanen sitzen wegen Körperverletzung in Untersuchungshaft. 

Der Fall sorgte in Köthen für Aufmärsche von rechtsextremem Gruppen. Die Polizei ermittelt wegen mehrerer Fälle von Volksverhetzung.

Todesfall in Köthen: Audiodatei einer mutmaßlichen Augenzeugin aufgetaucht

Der AfD-Abgeordnete Hannes Loth zweifelte an der offiziell angegebenen Todesursache und warf der Landesregierung Vertuschung vor. Grund dafür ist eine im Netz kursierende Audiodatei, in der eine mutmaßliche Augenzeugin ihre Beobachtungen schildert. 

Darin erzählt sie, dass drei Männer den 22-Jährigen festgehalten und geschlagen haben sollen. Als er umgefallen sei, „haben sie ausgeholt wie so beim Fußballspielen, (..) haben ihn dann halt alle an den Kopf getreten und im Bauch noch mal rein“. Die Sprecherin aus der Aufnahme sei inzwischen ermittelt und befragt worden.

„In ihrer Aussage bei den Ermittlern hat sie ihre Aussage massiv relativiert“, so Horst Nopens, Leitender Oberstaatsanwalt aus Dessau-Roßlau. In welchen Punkten sich die Frau korrigierte, ließ Nopens allerdings offen. Er gab lediglich an, dass die jetzigen Schilderungen besser mit anderen Erkenntnissen in Einklang zu bringen seien. 

Laut Nopens haben die Beschuldigten die Möglichkeit bekommen, sich zum Geschehen zu äußern. Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren. 

dpa

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