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Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan im November 2017 bei einer Veranstaltung in Mailand. 

Ehemaliger UN-Generalsekretär

Kofi Annan ist tot: Der UN-Generalsekretär starb nach kurzer Krankheit

Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan ist tot. Der Diplomat aus Ghana starb am Samstag nach kurzer Krankheit. Politiker würdigen seine Leistungen.

Genf - Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan ist mit 80 Jahren am Samstag seiner kurzen, aber schweren Krankheit erlegen, wie seine Stiftung aus Genf mitteilte. Seine Frau und seine Kinder seien in seinen letzten Tage bei ihm gewesen.

Er war der erste aus Afrika stammende Politiker, der das Amt des Generalsekretärs der Vereinten Nationen innehatte. Er leitete die Organisation von 1997 bis 2006. Kofi Annan erhielt zusammen mit den Vereinten Nationen 2001 den Friedensnobelpreis. 

Kofi Annan trat für Menschenrechte ein

Auch als er von seinem Amt als Generalsekretär zurücktrat, widmete er sich stets dem Kampf um Frieden, Menschenrechte, Gerechtigkeit und dem Fortschritt. Er setzte laut der Kofi Annan Foundation immer andere vor sich an erste Stelle und bewegte Menschen mit seinem Mitgefühl und seiner Empathie.

Er scheute sich nie, öffentlich seine Meinung zu äußern oder hielt mit dieser hinter dem Berg. So beklagte er den moralischen Abstieg der USA unter Trump oder bezeichnete den Konflikt im Irak als illegal, der nach dem 11. September ausbrach. Kofi Annan wollte auch dazu beitragen, dass der Bürgerkrieg in Syrien ein Ende findet, leider erfolglos. 

Kofi Annan der Privatmann

Annan wurde am 8. April 1938 in Kumasi, einer Stadt in Ghana geboren, das damals eine britische Kolonie war. Er hatte eine Zwillingsschwester Efua, die 1991 bereits verstarb. Der Diplomat war in zweiter Ehe mit der schwedischen Anwältin Nane Maria Annan verheiratet. Aus seiner ersten Ehe mit der Nigerianerin Titi Alakija stammten seine beiden Kinder, Sohn Kojo und Tochter Ama.

Frankreichs Präsident Macron würdigt Kofi Annan

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat die Lebensleistung des gestorbenen Ex-UN-Generalsekretärs Kofi Annan gewürdigt. „Wir werden weder seinen ruhigen und entschlossenen Blick noch die Kraft seiner Kämpfe vergessen“, teilte Macron am Samstag auf Twitter mit.

UN-Vertreter würdigt Charakter von Kofi Annan

Der scheidende UN-Kommissar für Menschenrechte Said Raad al-Hussein hat sich zum Tod von Kofi Annan geäußert. Er würdigte Annan als einen Menschen mit besonderen Qualitäten. „Kofi war das beste Beispiel, der Inbegriff von menschlichem Anstand und Würde“, sagte der Jordanier am Samstag in Genf.

Viele politische Führer der Welt hätten diese Eigenschaften nicht, weshalb der Verlust umso schmerzhafter sei. Kofi Annan sei für Said Raad al-Hussein in seiner oft schwierigen Position als Vertreter der Menschenrechte ein unersetzlicher Ratgeber gewesen. Mit den Worten „lass sie schimpfen, Du tust das Richtige“, habe Annan ihn bestärkt, wenn der UN-Menschenrechtsrat wieder Ziel von Kritik geworden sei.

Auch Bundespräsident Frank-Walter-Steinmeier äußert sich zu Kofi Annan

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den verstorbenen früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan als "sanften, aber hartnäckigen Kämpfer für Frieden und Menschenrechte" gewürdigt. "Er glaubte an eine bessere Zukunft und arbeitete bis ins hohe Alter daran, Gewalt zu beenden und Frieden zu stiften", schrieb Steinmeier am Samstag in einem Kondolenzschreiben an den derzeitigen UN-Generalsekretär Antonio Guterres.

"Viele Menschen werden wie ich seine menschliche Wärme, seinen unerschütterlichen Optimismus trotz aller Widrigkeiten, und seine persönliche Zugewandtheit sehr vermissen", hieß es darin weiter. "Er hatte die besondere Gabe, sich des Leids eines jeden Einzelnen ebenso anzunehmen wie den großen Fragen der internationalen Ordnung." Steinmeier äußerte die Hoffnung, dass die Vereinten Nationen das Erbe Annans "in Ehren halten und in ihren Bemühungen für eine Welt, in der alle Menschen frei von Armut in Frieden, Sicherheit und Würde leben, nicht nachlassen."

Das sagt Angela Merkel zu Kofi Annan

Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte Annan "einen herausragenden Staatsmann im Dienste der Weltgemeinschaft". Weiter erklärte sie am Samstag in Berlin: "Es wird unvergessen bleiben, wie unerschütterlich er für Frieden, Sicherheit, Entwicklung und Menschenrechte eintrat. Dass diese Ziele aufs engste miteinander verknüpft sind, hat er stets betont." Mit seinen Ideen, seinen aufrechten Überzeugungen und seinem Charisma habe Annan neben vielen anderen auch sie inspiriert, hob Merkel hervor. Der Verstorbene habe "nie nachgelassen, sich für das Gute in der Welt zu engagieren".

SL/rm/dpa/afp

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