+
Ein Kämpfer der FARC reinigt in einem Camp in La Camerlita bei Puerto Asis seine Waffe. Foto: Fernando Vergara

Friedensabkommen

Kolumbianische Farc-Rebellen legen die Waffen nieder

Mit der Entwaffnung der Guerillakämpfer tritt der kolumbianische Friedensprozess in eine neue Phase ein. Gewehre und Pistolen sollen zu Mahnmalen eingeschmolzen werden. Die Rebellen wollen künftig als politische Bewegung für ihre Ziele eintreten.

Bogotá (dpa) - Nach dem Friedensabkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und der linken Guerillaorganisation Farc haben die ersten Rebellen ihre Waffen niedergelegt. Am Mittwoch übergaben zunächst 322 Guerillakämpfer ihre Waffen den Vereinten Nationen.

Bis Anfang Juni sollen nun alle knapp 7000 Rebellen ihre Waffen niederlegen. Zudem teilen die Farc den UN die Koordinaten ihrer Sprengstoff- und Munitionsdepots mit.

"Heute ist ein historischer Tag für unser Land", schrieb Präsident Juan Manuel Santos auf Twitter. "Die Farc verabschieden sich von den Waffen, um die Gewalt gegen die Versöhnung auszutauschen. Der Frieden schreitet voran." Für seine Bemühungen um die Beilegung des Konflikts war Santos im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

Der Farc-Unterhändler Carlos Antonio Lozada versprach, die Farc würden sich an die Vereinbarungen halten und alle ihre Waffen übergeben. "Das Wichtige sind nicht die Waffen, sondern die Ideen", sagte er im Radiosender Caracol. Die Guerillaorganisation will künftig als politische Bewegung für ihre Ziele wie eine gerechtere Landverteilung eintreten.

Nach Einschätzung der kolumbianischen Streitkräfte verfügen die Farc über 14.000 Gewehre und Pistolen sowie 6000 andere Waffen wie Granatwerfer und Mörser. Die Waffen sollen nun registriert und in Containern verschlossen werden.

Nach einigen Verzögerungen sind mittlerweile alle Rebellen in den 26 Übergangszonen eingetroffen, wo sie sich auf die Rückkehr ins zivile Leben vorbereiten. Eine Mission der Vereinten Nation überwacht die Entwaffnung. Die Waffen sollen zu drei Monumenten eingeschmolzen und am UN-Sitz in New York, dem Ort der Friedensverhandlungen in Kuba und in Kolumbien aufgestellt werden.

Nach Jahrzehnten des internen Konflikts hatten sich die Regierung und die Farc im vergangenen Jahr auf einen Friedensvertrag geeinigt. Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften, linken Rebellen und rechten Paramilitärs kamen in Kolumbien mehr als 220.000 Menschen ums Leben.

Tweet Santos

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Slowakischer Ex-Minister soll Mord bestellt haben
Die slowakische Polizei hat am Montag den ehemaligen Wirtschaftsminister Pavol Rusko verhaftet. Ihm wird vorgeworfen einen Mord bestellt zu haben.
Slowakischer Ex-Minister soll Mord bestellt haben
SPD und Grüne in Niedersachsen treffen sich zu Sondierungsgesprächen
Nach der Wahl in Niedersachsen vor gut einer Woche, beginnen nun die ersten Gespräche zwischen den Parteien. Ministerpräsident Stephan Weil trifft sich zunächst mit den …
SPD und Grüne in Niedersachsen treffen sich zu Sondierungsgesprächen
Orban erklärt Ost-Mitteleuropa zur „migrantenfreien Zone“
In einer Rede hat der ungarische Präsident Viktor Orban Ost-und Mitteleuropa zur „migrantenfreien Zone erklärt“. Diese Ländern seien die einzigen die Widerstand leisten …
Orban erklärt Ost-Mitteleuropa zur „migrantenfreien Zone“
Fall Bergdahl: Militärgericht beschäftigt sich mit Trump-Kommentaren
Im Verfahren gegen den US-Soldaten Bowe Bergdahl, der 2014 in einem umstrittenen Gefangenenaustausch freigekommen war, hat sich das Militärgericht mit Äußerungen von …
Fall Bergdahl: Militärgericht beschäftigt sich mit Trump-Kommentaren

Kommentare