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Sebastian Horsch.

Alkohol- und Drogentests für Piloten

Kommentar: Mit Verspätung

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Berlin - Der Vorschlag von Verkehrsminister Alexander Dobrindt, Piloten stichprobenartig auf Alkohol- oder Drogenmissbrauch zu testen, ist überfällig, findet unser Autor Sebastian Horsch.

Wenn Politiker mit Ideen für neue Gesetze kommen, reibt man sich mitunter verwundert die Augen. So auch nach dem jüngsten Vorschlag von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), Piloten stichprobenartig auf Alkohol- oder Drogenmissbrauch zu testen. Allerdings fragt man sich nicht, was das soll. Im Gegenteil: Man fragt sich, warum das so lange anders war.

Viertklassige Fußballer müssen nach Spielen vor 150 Zuschauern Dopingproben über sich ergehen lassen. Deutschland diskutiert darüber, ob die Promillegrenze für Radfahrer verschärft werden sollte. Aber ob unsere Piloten klar bei Sinnen sind, wurde nicht nach verbindlichen Regeln kontrolliert? Dann wird es höchste Zeit!

Doch die Pilotenvereinigung „Cockpit“ kritisiert Dobrindts Vorhaben. Unglücke wie der Germanwings-Absturz im März hätten nichts mit Drogen oder Alkohol zu tun gehabt. Das stimmt. Es ändert aber nichts daran, dass es sinnvoll ist, zu übeprüfen, ob Menschen, die ein Passagierflugzeug fliegen, überhaupt dazu imstande sind. „Cockpit“ argumentiert, Piloten würden durch solche Kontrollen unter Generalverdacht gestellt. Wenn man bedenkt, wie viele Fluggäste ihnen täglich ihr Leben anvertrauen, klingt das beinahe lächerlich.

Sebastian Horsch

Sie erreichen den Autor unter

Sebastian.Horsch@merkur.de

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