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Alexander Weber, Leitender Redakteur Politik-Redaktion

Wird EU-Parlamentspräsident Martin Schulz Kanzlerkandidat der SPD?

Kommentar: Die Alternative

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Ist EU-Parlamentspräsident  Martin Schulz der bessere SPD-Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2017? Ein Kommentar. 

Nimmt man die aktuellen Umfragen als Grundlage, scheint es egal zu sein, wer als SPD-Kanzlerkandidat gegen Amtsinhaberin Merkel bei der Bundestagswahl 2017 verliert: Sowohl SPD-Chef Gabriel wie EU-Parlamentspräsident Schulz liegen weit abgeschlagen hinter der CDU-Chefin. Und doch pfeifen es die Spatzen von den Brüsseler Dächern, dass Schulz nur noch mit offenen Fenstern schläft, um den möglichen Ruf der deutschen Sozialdemokratie nicht zu überhören.

Allein die Ambitionen des Berufseuropäers auf die Merkel-Herausforderrolle bringt neues Leben in die alte Tante SPD – und in die Bürgerschaft insgesamt: Immerhin 29 Prozent zögen ihn als Kandidaten   gegenüber Gabriel (18 %) vor. In der Ferne zur Berliner Koalition liegt seine große Chance: Schulz ist in der innerdeutschen Polit-Debatte noch nicht verschlissen und kann deutlich leichter Abstand zur Langzeit-Kanzlerin demonstrieren als Gabriel, der Kabinetts-Vize Merkels. Und: Schulz hat im Europawahlkampf bewiesen, dass er ein Kämpfer ist, den man nicht unterschätzen sollte. Der leidenschaftliche Fußball-Fan weiß auch bei einer Ausgangslage von nur 22 Prozent Wählerzustimmung für die SPD: Jedes Spiel muss erst gespielt werden, bevor das Ergebnis feststeht.

Auch koalitions-taktisch wäre Schulz ein geeigneter Spitzenkandidat für ein Linksbündnis gegen die Union. Als sozialer Aufsteiger – hierin mit Gabriel gleich – versteht er sich als Schutzpatron der kleinen Leute: Dahinter ließen sich Sozis, Grüne wie Linke trefflich versammeln.

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