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Georg Anastasiadis

„Kooperation mit USA stoppen“

Kommentar: Berliner Maulhelden

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Die SPD will den USA die Partnerschaft kündigen. Es gibt nur ein Problem: Wer soll uns dann beschützen? Merkels Flieger fliegen nicht und die Panzer rollen nicht. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Im US-Wahlkampf haben der schräge Präsident Donald Trump und seine gebeutelten Republikaner schon lange nichts mehr zu lachen. Für einen Moment der Erheiterung im Weißen Haus hat nun wenigstens die deutsche SPD gesorgt: Deren Forderung, als Konsequenz aus dem US-Truppenabzug die Rüstungskooperation mit den USA zu stoppen, dürfte die Militär-Supermacht schwer beeindruckt haben. Die selbst ernannte Friedensmacht Deutschland, die ohne US-Hilfe kaum einen Flieger in die Luft und kaum einen Panzer zum Rollen bringt, will mit einem selbst auferlegten Waffen-Streik die Muskeln spielen lassen? Das ist nicht nur witzig, sondern aberwitzig, und dürfte für einiges Amüsement auch in Peking und Moskau sorgen.

Nicht, dass der SPD-Zungenschlag gegenüber dem leider unberechenbar gewordenen Verbündeten USA neu wäre: Bundespräsident Steinmeier nannte Trump schon mal einen „Hassprediger“. Man kann, wenn man will, schon so halbstark daherreden – aber nur, wenn man selbst kräftig genug ist, eine Rauferei mit den großen Jungs auf dem Schulhof auch ohne den großen Bruder zu gewinnen. Es ist dieses ärgerliche Maulheldentum deutscher Politiker, das dem Land und ganz Europa die Glaubwürdigkeit raubt: Seit Jahren fordern, angefangen bei der Kanzlerin, Regierungsverantwortliche, dass Europa seine Sicherheit in die eigenen Hände nehmen müsse. Doch passiert ist – nichts. Seit Jahrzehnten überlässt man die eigene Verteidigung den Amerikanern und gefällt sich gleichzeitig als globaler Vorkämpfer für Moral und Anti-Militarismus.

Doch die bittere Wahrheit ist: Ohne die Schutzmacht USA, die nicht mehr Weltpolizist sein will, haben Deutschland und Europa den Expansionsgelüsten Chinas und Russlands vor der eigenen Haustür nichts entgegenzusetzen. Berlins Kuschen vor Peking ist fast schon sprichwörtlich. Doch nicht mal den Mini-Diktator Erdogan, der mitten in EU-Gewässern nach Gas bohrt und Flüchtlinge in Marsch setzt, wagt Europa in die Schranken zu weisen. Wer immer nur die Backen aufbläst, macht sich lächerlich.

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