Nach „totalem Unwerturteil“

Kommentar: Von der Leyen ist reif für den Rücktritt

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Die CSU beklagt von der Leyens „totales Unwerturteil“ über die Soldaten der deutschen Wehrmacht, die Bundeswehr beißt die Zähne zusammen. Die Verteidigungsministerin ist nicht mehr tragbar. Ein Kommentar.

Die Affäre um den rechtsradikalen Oberleutnant Franco A. entwickelt sich für die Bundesverteidigungsministerin immer mehr zum Albtraum: Inzwischen sagt sich nicht nur die Truppe von ihrer Oberkommandierenden los. Auch SPD und CSU gehen auf größtmögliche Distanz zu Ursula von der Leyen. Die wollte den Skandal nutzen, um sich als brutalstmögliche Aufklärerin zu profilieren. Jetzt kämpft sie selbst ums Überleben.

Es ist wie meist in solchen Fällen: Amt und Ansehen kostet nicht der Skandal selbst – sondern der falsche Umgang damit. Seit der Enttarnung des angeblichen „Flüchtlings“ reiht die Ministerin Fehler an Fehler: Erst überspielte sie eigenes Führungsversagen, indem sie, die Inhaberin der obersten Befehlsgewalt, die ganze Schuld bei ihren Untergebenen ablud. Dann zeichnete sie in grotesker Übertreibung der tatsächlichen Probleme das Bild einer braun unterwanderten Bundeswehr, um sich selbst als entschlossene Aufräumerin zu inszenieren. Zuletzt entfesselte sie einen Bildersturm gegen alle Wehrmachtsandenken in den Kasernen, dem – ohne Einspruch aus Berlin – sogar ein Porträt des späteren Kanzlers Helmut Schmidt zum Opfer fiel. Als ob sich, da hat ihr Vorgänger Rudolf Scharping Recht, damit Versäumnisse im Umgang mit Rechtsradikalen ausmerzen ließen! Dafür sehen nun viele Bundesbürger die Erinnerung an ihre Väter und Großväter beschmutzt, die von Hitler für einen verbrecherischen Krieg missbraucht wurden und auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges ihr Leben ließen.

Eine erfahrene Ministerin hätte in der Lage sein müssen, den erforderlichen Kampf gegen Rechts zu führen, ohne dabei ein „totales Unwerturteil“ (so der CSU-Abgeordnete Hans-Peter Uhl) über Leben und Sterben von Millionen Wehrmachtssoldaten zu fällen. Ursula von der Leyen hat ein weiteres Mal bewiesen, dass sie ihrem Amt nicht gewachsen ist.

Am Dienstagabend hat von der Leyen bei einer Veranstaltung in Berlin mitgeteilt, dass ein Soldat bei Schießübungen ums Leben gekommen.

Rubriklistenbild: © Klaus Haag

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