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Kommentar: Bitte kein Neid auf die Rentner!

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Von: Georg Anastasiadis

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Diese gute Nachricht finden nicht alle gut: Die Renten sollen im Juli kräftig steigen - auch, weil einer von Merkels Ministern 2018 an der Steuerformel drehte. Ein Kommentar von Georg Anastasiadis.

Über 5,2 Prozent höhere Altersbezüge dürfen sich Rentner ab nächsten Juli freuen. Sie profitieren von der guten Entwicklung der gesamtvolkswirtschaftlichen Einkommen nach Überwindung der Coronakrise. Bedanken dürfen sich die Ruheständler aber auch bei SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil. Er hat 2018 durchgesetzt, dass Rentner nicht nur keine Minusrunde befürchten müssen, wie sie im Coronajahr eigentlich fällig gewesen wäre, sondern auch von einer späteren Verrechnung verschont bleiben. Im Klartext: 2021 gab’s, anders als für viele Arbeitnehmer, für Rentner statt einer Minus- nur eine Nullrunde. Dafür dürfen sie 2022 wieder voll am Aufschwung teilnehmen.

Das finden viele ungerecht, wie etwa der Wirtschaftsrat der CDU. Er spricht von einer „grotesken“ Asymmetrie zulasten der Berufstätigen. Doch für allzu große Aufregung besteht kein Anlass. Auch so steigen die Einkommen der Rentner nicht in den Himmel: Fast den kompletten Zuwachs von fünf Prozent frisst die Inflation auf. Sie trifft vor allem ärmere Rentnerhaushalte, die überdurchschnittlich viel Geld für Heizung und Lebensmittel ausgeben müssen, wo die Preissprünge besonders heftig ausfallen. Außerdem holt sich der Staat einen Teil der höheren Renten über die Steuern wieder zurück. Das wiederum trifft besser situierte Rentner, die etwa über Mieteinkünfte verfügen.

Ein großer Teil der galoppierenden Teuerung geht übrigens auf das Konto der Europäischen Zentralbank, die – mit dem Segen der Politik – mit ihrer Geldschwemme dafür sorgt, dass die EU-Staaten ihre Schulden billig finanzieren können. Ein „Verarmungsprogramm gerade für Menschen ohne hohes Sachvermögen“ nennt das zu Recht FDP-Chef Lindner. Mit Neiddebatten zulasten der Rentner sollte vor allem die Politik also sehr vorsichtig sein.

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