EU will kleine Münzen abschaffen

Kommentar: Brüssels Griff in die Geldbörsen - sie meinen es ja nur gut

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Die EU will die in der Produktion teuren Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen. Klingt nach einem vernünftigen Plan. Oder? Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

In Ursula von der Leyens EU-Kommission denkt man gern groß. Eine Behörde, die eben mal 2,6 Billionen in die Rettung des Klimas stecken will, hat’s nicht so mit den kleinen Münzen. Ein- und Zwei-Cent-Stücke würde Brüssel gerne abschaffen – weil’s billiger ist (für den Staat) und praktisch (für die Bürger).

Klingt gut. Vor allem für die unter uns, die nicht mit jedem Cent rechnen müssen. Man muss nicht sonderlich fantasiebegabt sein, um zu erahnen, dass der Handel bei den krummen Preisen im Zweifel eher auf- als abrundet. Sei’s drum: Der zu erwartende (einmalige) Inflationsschub wäre wohl zu verkraften.

Trotzdem kann es nicht schaden, ein zweites Mal drüber zu schlafen, wenn einem der Staat ein (vermeintlich) unwiderstehliches Angebot unterbreitet. Denn das Kostensparargument lässt sich, einmal akzeptiert, ja weiter fassen: Noch viel mehr Geld als mit der Abschaffung der Kleinmünzen könnten sich Fiskus und Banken sparen, wenn sie komplett auf bargeldloses Bezahlen setzen – etwa per EC- oder Kreditkarte oder Handy. Manche Länder sind da schon viel weiter als Deutschland. Dann hätte der Staat seine Bürger so, wie er sie am liebsten hat: komplett gläsern. Er könnte jede ihrer Aktionen erfassen und überwachen. Für die Bürger könnte das unangenehm enden, und zwar nicht nur im Falle eines System-Ausfalls, etwa durch einen Hackerangriff. Was immer Brüssel im Schilde führt: Holzauge, sei wachsam. Der 500-Euro-Schein ist schon abgeschafft, jetzt sollen die Kleinmünzen drankommen. Und dann? Bargeld, das dürfen wir nicht vergessen, ist immer auch ein Stück Freiheit. Und Schutz vor einem allzu neugierigen Staat.

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