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Unser Autor Werner Menner.

Deutsche Awacs-Radarjets in die Türkei

Kommentar: Bundeswehr ist im Einsatz nur bedingt hilfsfähig

München - Die Bündnishilfe der Bundeswehr ist notwendig. Nur die Mittel der Wahl findet unser Autor höchst zweifelhaft und fragt sich: Wer soll da eigentlich abgeschreckt werden?

Nicht am Hindukusch wird Deutschland verteidigt, sondern im Vorderen Orient. Es ist ein Krieg gegen den IS und den Terrorismus, aber auch gegen das Assad-Regime; es ist ein Krieg, aus dem sich das Nato-Land Deutschland auch mit Blick auf die Flüchtlingswelle nicht heraushalten kann. Zugleich offenbart der unvermeidbare Einsatz den zumindest waffentechnisch desolaten Zustand der Bundeswehr. Man bietet an, was man hat, auch wenn die Diagnose lautet: Nur bedingt zur Hilfe fähig!

Die Awacs-Radarjets, die nun in die Türkei geschickt werden, sind Teil der scheibchenweisen Beteiligung (zuerst Patriot-Raketen, dann ein paar Tornado-Aufklärer) am Kampf gegen ein gigantisches Problem, verbunden mit der Hoffnung, durch kleine Gaben eine Beteiligung mit direktem Feindkontakt, mit Toten und Verletzten vermeiden zu können. In einem Krieg, dessen Ende unabsehbar ist.

Die Awacs-Technologie wird funktionieren. Aber wozu soll der türkische Luftraum überwacht werden? Der IS hat keine Luftwaffe! Die Türkei ist Nato-Mitglied. Sie hat ein Recht auf Hilfe. Aber sie wird auch von einem Präsidenten geführt, der den Kampf gegen den IS (zu dem türkische Stellen gute Kontakte pflegen) zu einem Privatkrieg gegen die Kurden nutzt. Das sind Fakten, die im Zusammenhang mit dem Awacs-Einsatz zwingend die Frage aufwerfen: Wer verwendet die gewonnenen Daten, und wofür? Bundeswehr und Nato tanzen mit Blick auf die Türkei auf der Schneide eines Schwertes. Außerdem dürfte es derzeit keine Ecke der Welt geben, die mittels Satelliten so präzise überwacht wird wie der Nahe Osten. Wer also soll abgeschreckt werden? Etwa Russland?

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