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Merkur-Autor Christian Deutschländer

Können Soldaten Flüchtlinge integrieren?

Kommentar: Bundeswehr soll Syrer ausbilden - Pinsel statt Panzer?

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München - Von der Leyens plakative Idee, dass die Bundeswehr Syrer zivil ausbilden soll, klingt gut, aber wirft viele Fragen auf - meint Merkur-Autor Christian Deutschländer.

Nun sollen also deutsche Soldaten syrische Flüchtlinge zu Maurern, Malern oder Elektrikern ausbilden, um sie für ihre Rückkehr zu wappnen. Zu verstehen ist dieser Vorschlag von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am besten mit einer Prise Sarkasmus: Wie man Wiederaufbau aus Trümmern organisiert, lässt sich ja in der Tat hervorragend bei der Bundeswehr lernen, wenn sie sich wieder aus Altmaterial ihre maroden Einsatzgeräte zusammenflicken muss.

Im Ernst: Von der Leyens plakative Idee klingt gut, aber wirft viele Fragen auf, nicht nur die nach Sicherheitsaspekten bei der Ausbildung der Syrer in unseren Kasernen. Die durch etliche Reformen kleingesparte Truppe darf weiterhin nicht deutsche Grenzen hüten, soll aber auch noch Integrationsaufgaben im Inland übernehmen. Pinsel statt Panzer: Das reiht sich leider ein in die rätselhafte Prioritätensetzung von der Leyens, die sich im Umgang mit der Truppe zu lange um Randaspekte kümmerte. Die Bundeswehr ist unterfinanziert und in Teilen missorganisiert; unterbeschäftigt wird sie aber gerade in der jetzigen Weltlage auf Dauer nicht sein.

Blickrichtung auf die Rückkehr stimmt

Eines an von der Leyens Vorstoß verdient trotzdem Lob: die Blickrichtung auf die Rückkehr der Bürgerkriegsflüchtlinge in ein hoffentlich dereinst sichereres Syrien. Dazu passt, dass sie auch beim Grenzschutz eine nüchterne Sichtweise erlangt. Der von ihr diese Woche – offenbar sehr geschickt – verhandelte Nato-Einsatz in der Ägäis und das Nachdenken über Kontingente statt offener Grenzen sind Schritte in die richtige Richtung, für eine CDU-Politikerin derzeit recht bemerkenswert.

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