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Christian Deutschländer.

Gerhard Schindler muss gehen

Kommentar zum Chef-Wechsel beim BND: Der Dienst und sein Sinn

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München - Nach dem Wechsel an der Spitze des Bundesnachrichtendienstes (BND) stellt sich die Frage, braucht es den Geheimdienst noch? Ein Kommentar von Christian Deutschländer.

Der erste Anschein ist klar: Affärengeschüttelter, gesundheitlich angegriffener Behördenleiter muss gehen, damit der BND endlich in Ruhe reformiert werden kann. Der Eindruck ist so nicht korrekt. Gerhard Schindler ist einer der besseren Chefs, die der Auslandsgeheimdienst in seiner nicht immer ruhmreichen Geschichte hatte. Er hat den Dienst entstaubt und zu mehr Transparenz gezwungen, teils gegen interne Widerstände in einem Apparat, der lieber im Verborgenen weitergewurstelt hätte. Das mindert nicht die Fehlleistungen des BND in Affären wie um die NSA-Auftragsspionage. Ohne Schindler stünde aber längst die Frage im Raum, ob man diese verwinkelte Mammutbehörde nicht einsparen sollte.

Nein, sollte man nicht. Deutschland braucht in dieser Welt leider einen starken Nachrichtendienst. Das hat nichts mit 007-Romantik zu tun, sondern mit einer asymmetrischen, unübersichtlichen Bedrohungslage durch Terrorismus und Gefahren aus zerfallenden Staaten. Ein guter (und von Parlament und Kanzleramt besser als bisher kontrollierter) Auslandsgeheimdienst ist keine Bedrohung für die Freiheit im Inland, sondern ein Beitrag für mehr Sicherheit. Bruno Kahl, der Neue in Berlin und Pullach, kann ab Juli auf Schindlers Arbeit aufbauen. Zurückdrehen sollte er sie nicht.

Christian Deutschländer

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