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Löwenduell in Staatskanzlei

Kommentar: CSU-Duell zwischen Söder und Seehofer

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München - In der CSU kriselt es gewaltig. Besonders zwischen Horst Seehofer und Markus Söder fliegen die Spitzen. In seinem Kommentar analysiert Mike Schier die Situation der Partei.

Es kriselt schon länger zwischen Horst Seehofer und Markus Söder. Wie das eben so ist, wenn zwei Alphatiere aufeinanderprallen. Unter all den CSU-Kronprinzen hat sich Söder klar in die Pole-Position gebracht – durch geschicktes Agieren und Taktieren, aber auch dank der Schwäche seiner Gegner. Für eine Weile sah es sogar so aus, als würde er die Geduld aufbringen, den Lauf der Dinge abzuwarten. Aber dann kam die Flüchtlingskrise.

Seehofer braucht diese Herausforderungen, um zu großer Form aufzulaufen. Wenn es dem Ministerpräsidenten zu langweilig wird, bringt er sich aus Launen heraus gerne mal selbst in Bedrängnis. In der Flüchtlingskrise aber erkannte er die Gefahren als erster und fand bei allem Unmut über Angela Merkel meist den richtigen Ton. Lange stand die CSU nicht mehr so geschlossen hinter ihm.

Für Söder, der dummerweise für das Megathema überhaupt nicht zuständig ist, scheint diese Vorstellung unerträglich. Dem bissigen Junglöwen agiert der alte viel zu müde. Er hätte es gerne härter, schneller und lauter. Seit Wochen korrigiert ihn Seehofer. Nach dem Interview, in dem Söder indirekt die Kanzlerin für die Terrorgefahr verantwortlich machte, watschte er ihn öffentlich ab. Beide kennen die Stimmungen in der Bevölkerung – Seehofer versucht sie aufzunehmen und zu lenken, Söder will sie ausnutzen und notfalls befeuern. Die CSU muss sich fragen, was auf Dauer für das Land und sie selbst besser ist.

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