Eine Frage der Werte

Kommentar: Die CSU und die „Ehe für alle“

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München - Der CSU-Nachwuchs kämpft mit und um seine Werte. Was ist heute noch konservativ? Diese Frage sollte nicht ausgerechnet die Debatte über die Homo-Ehe beantworten, sagt unser Autor Christian Deutschländer.

Das einst so schön klare Weltbild aus der normalen Mehrheit und der schrillen Minderheit ist auch in der CSU längst aufgelöst. Das hat ausgerechnet die Debatte in der Parteijugend, bei der nun die Befürworter der „Ehe für alle“ knapp unterlagen, angenehm bewiesen. Nicht aus Lust an der Provokation oder aus Übermut hat Bayerns Junge Union die Grundsatzdebatte über den Umgang mit Schwulen und Lesben neu entfacht, sondern aus der berechtigten Frage heraus, was künftig noch wert- und was strukturkonservativ ist.

Vermutlich eignet sich die Homo-Ehe gar nicht, um das Lamento über die Aufgabe konservativer Grundsätze (Wehrpflicht! Kernenergie!) zu verstärken. Selbst das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ist nicht so klar zuzuordnen. Als Ideal mag die Vater/Mutter/Kinder-Familie taugen, die Realität hält das nicht in jedem Fall ein. Eine – pointierte – Frage: Beweist eine funktionierende Homo-Ehe, in der die Partner mit Liebe, Vertrauen und Fürsorge ein (nach den geltenden sehr strengen Vorgaben) adoptiertes Kind großziehen, nicht viel konservativere Werte als eine zerrüttete Ehe, in der das Kindeswohl schwer leidet? Ein leichtfertiges Ja/Nein darauf kann es nicht geben, aber die Diskussion in der Union dazu wird spannend. Sie hat gerade erst begonnen.

Rubriklistenbild: © Klaus Haag

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