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Hier kommentiert Christian Deutschländer.

Was zählt ist die Zeit danach

Kommentar zur CSU in Kreuth: Laut – für ein paar Tage

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Protokollarisch hat die CSU zu ihren Januar-Klausuren hohe Gäste eingeladen. Politisch grenzt das an Masochismus. Ein Kommentar von Christian Deutschländer. 

Die Kanzlerin, deren Flüchtlingspolitik die CSU für verfehlt und gefährlich hält, soll gleich zweimal einfliegen. Der britische Premierminister reist an, der gerade die EU zu spalten gedenkt. Nicht zu vergessen Österreichs Außenminister, der hunderttausende Flüchtlinge per Bus an Bayerns Grenze karren ließ; eigentlich könnte man ihn von der Kreuther Bühne runter wegen Schleusertätigkeit festnehmen. Sie alle haben freies Geleit, weil sie der CSU für ihre Inszenierung nützlich sind.

In den Kreuther Wochen bemühen sich die Abgeordneten aus Bund und Land, möglichst einflussreich zu wirken. Zumindest im Fall der Landesgruppe aus Berlin ist das Scheinriesentum. Die Berliner CSU-Vertreter sind es nicht, die in der Flüchtlingspolitik die Koalition vor sich hertreiben. Sehr wohl haben einzelne Abgeordnete, vor allem aus der Grenzregion, die Brisanz erfasst. Zu matt, zu brav aber ist das Auftreten insgesamt. Wen in dieser Landesgruppe sollte die Kanzlerin fürchten, wäre da nicht der alle paar Tage aus der Ingolstädter Provinz anrasende Springteufel Seehofer? Wer setzt sich glaubhaft von Merkel ab? Viel reden, viel verlangen, dieses Prinzip der Klausuren ist schon richtig. Die Kreuther Kulisse wirkt aber hohl, wenn die CSU von ihren Forderungen hernach zu wenig durchsetzt.

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