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Es kommentiert Friedemann Diederichs.

Polizisten in Dallas erschossen

Kommentar zu Dallas: Obama muss die richtigen Worte finden

Dallas - Die Innenstadt der US-Metropole Dallas eine Kriegszone. Mindestens fünf tote Polizisten. Was sollte Präsident Barack Obama jetzt tun? Ein Kommentar von Friedemann Diederichs. 

Die Innenstadt der US-Metropole Dallas eine Kriegszone. Mindestens fünf tote Polizisten. Die USA erleben derzeit eine erschütternde, aber nicht völlig unerwartete Eskalation des seit langem schwelenden Konflikts zwischen Ordnungshütern und jenen, die sie – auch aufgrund des manchmal fragwürdigen Vorgehens gegen Minderheiten – als Feind und nicht als Freund ansehen. Es gibt Hinweise auf einen direkten Zusammenhang mit dem Tod zweier von weißen Cops erschossener Schwarzer in Louisiana und Minnesota. Das Rache-Attentat auf die Cops in Dallas war dann eine brutal und mit militärischer Präzision und Technik ausgeführte Aktion.

Bei der Ursachenforschung muss sich auch US-Präsident Obama kritische Fragen gefallen lassen. Den Vorgang lediglich auf die Schusswaffen-Debatte zu reduzieren, wäre jedenfalls ein Fehler. Denn die Polizisten in Dallas wurden nicht in erster Linie getötet, weil es Gewehre und Pistolen frei verfügbar gibt. Sie starben, weil ein latentes Reizklima nach jahrelangem Brodeln überkochte.

Obama hat sich und den Bürgern jedenfalls in der Vergangenheit mit seiner klaren Parteinahme für Afro-Amerikaner und einer gelegentlich überzogenen Kritik an der Polizei keinen Gefallen getan. Nun – nach der Tragödie von Dallas – die richtigen Worte zu finden, bevor es weitere Explosionen der Gewalt gibt, ist Obamas wichtigste Aufgabe für die kommenden Monate.

Friedemann Diederichs

Sie erreichen den Autor unter der E-Mail-Adresse: politik@merkur.de.

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