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Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz. Überlässt die CDU-Chefin ihrem einstigen Konkurrenten beim Rennen um die Kanzlerkandidatur das Feld?

Kommentar

Ein Frühstück im Sauerland: Überlässt AKK Merz die Kandidatur?

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Erinnerungen an 2002 und ein Frühstück Merkel/Stoiber in Wolfratshausen werden angesichts der aktuellen Lage der Union wach. Heute sind es Kramp-Karrenbauer und Merz, die als potentielle Kandidaten am Tisch sitzen, meint Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Kronprinzen leben in der CDU gefährlich. König Helmut Kohl regierte einfach immer weiter – so lange, bis es für Wolfgang Schäuble zu spät war. Ähnlich ergeht es nun Annegret Kramp-Karrenbauer. Angela Merkel macht nicht die geringsten Anstalten, das Kanzleramt für ihre Prinzessin zu räumen. Deren Rückhalt in Partei und Öffentlichkeit ist – auch durch eigene Ungeschicklichkeiten – so schnell geschwunden, dass sie die offene Revolte gegen die Über-Mutti nun nicht mehr wagen kann.

Viele Bürger trauen AKK die Kanzlerschaft nicht zu  

Georg Anastasiadis, Chefredakteur des Münchner Merkur.

Man kann den harten Popularitäts-Sturz fair finden oder nicht. Aber klar ist, dass CDU und CSU sich damit auseinanderzusetzen haben, dass viele Bürger der CDU-Chefin die Kanzlerschaft nicht recht zutrauen. Die 56-Jährige ist klug genug zu wissen, dass sie ihre Optionen sorgfältig wägen muss. So wie es ihre Vorgängerin Angela Merkel im Jahr 2002 tat, als sie in ähnlich bedrängter Lage die Kanzlerkandidatur nach einem Frühstück in Wolfratshausen ihrem älteren Unionsfreund Edmund Stoiber überließ (nur um 2005 selbst zur Kanzlerin gewählt zu werden). Der betont herzliche öffentliche Umgang von AKK und ihrem (Ex-)Rivalen Friedrich Merz deutet darauf hin, dass beide ein ähnliches Szenario zumindest gedanklich durchspielen – schon um im Team die gemeinsamen Konkurrenten Armin Laschet und Jens Spahn auf Distanz zu halten. Vor allem Laschet hat seine Parteichefin zuletzt wiederholt öffentlich kritisiert.

Spahn ist 39, Laschet 58, Merz schon 63. Nach einem Frühstück im Sauerland könnte AKK noch immer hoffen, später Kanzlerin zu werden. Falls sie so lange warten kann.

Sie erreichen den Autor unter georg.anastasiadis@merkur.de

Lesen Sie auch: Merz warnt vor AfD-Sympathien bei Polizei und Bundeswehr - Gewerkschaft bestätigt „Schieflage“ 

Anne Will fragte zuletzt: Wie geht unsere Demokratie mit Hass und Gewalt um? AKK erteilte jeder Kooperation mit der AfD eine Absage, auch wegen dem Lübcke-Mord.

Auch interessant: Seitenhieb auf AKK? Merkel sorgt mit Reaktion auf CDU-kritisches Video für Spekulationen

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