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Parteitag am Wochenende

Kommentar: FDP plötzlich wieder im Mittelpunkt

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2013 wurde sie noch mit Schimpf und Schande aus dem Bundestag gejagt, heute gibt es kaum eine Koalitions-Konstellation in der die FDP nicht vorkommt. Doch zu Übermut besteht kein Anlass. Ein Kommentar.

Fünf Monate vor der Bundestagswahl scheinen die Verhältnisse plötzlich wieder klar. Der (viel zu) viel bemühte „Schulzzug“ legt den Rückwärtsgang ein. In der Union wächst die Zuversicht, selbst die müde Angela Merkel entdeckt ihr Kämpferherz. Doch vor schnellen Schlussfolgerungen sei gewarnt. Die Erfahrung der vergangenen Monate lehrt, dass die politische Stimmung in westlichen Demokratien selten so volatil war wie jetzt.

Das darf auch die FDP nicht vergessen, die am Freitag ihren Parteichef Christian Lindner mit einem sehr guten, aber keinem sozialistischen Ergebnis bestätigte. Die Liberalen haben eine kuriose Karriere erlebt. 2013 dienten sie als Regierungspartei nur noch als Stoff-Lieferant für die „heute-show“, wurden mit Schimpf und Schande aus dem Bundestag gewählt. Es folgten die Läuterung, ein neues Image (mit alten Inhalten) – und heute mutiert das außerparlamentarische Mauerblümchen zur begehrtesten Braut im Berliner Regierungsviertel. Jenseits einer ewigen Großen Koalition scheint derzeit keine Konstellation absehbar, an der die FDP nicht beteiligt wäre.

Und genau das macht die Lage für die FDP so gefährlich. Die komfortable Position ist eine optische Täuschung, die Fünf-Prozent-Hürde nur ein paar Wählerstimmen entfernt. Inhaltlich geht der Trend zu mehr Gerechtigkeit und mehr Innerer Sicherheit – beides weiß Gott keine Kernthemen der Partei. Zu Übermut besteht also kein Anlass. Letztlich dürfte es gerade der charismatische Lindner sein, der für die FDP zur Lebensversicherung wird.

FDP setzt Parteitag mit Beratung des Wahlprogramms fort

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