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Die FDP möchte Cannabis legalisieren.

Neue Wähler erhaschen

Kommentar: Hasch freigeben! Logische Forderung von FDP

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München - Auf ihrem dreitägigen Bundesparteitag hat die FDP beschlossen, Cannabis unter bestimmten Bedingungen zu legalisieren. Was macht die Partei als nächstes, um weitere Wähler zu erhaschen?

Die FDP ist nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag in eine Sinnkrise gefallen und versucht sich nun, neu zu erfinden. Das ist gut und sogar notwendig. Denn anders hätte sich die Marke "FDP" auch nicht mehr verkaufen lassen. Deshalb ist es verständlich, dass sich die Partei nun öffnet und auch in anderen politischen Lagern um Wähler buhlt.

Auf ihrem dreitägigen Bundesparteitag hat die FDP deshalb ihr Profil geschärft - und erweitert. So sprach sich der FDP-Bundesparteitag mit 62 Prozent dafür aus, Cannabis zu legalisieren. Aber nur unter strikten Bedingungen. Die Droge soll künftig als "Genussmittel" in ausgewählten Geschäften mit Lizenz an Erwachsene verkauft werden. Damit grabschen die Liberalen nach der Wählerschaft von den Grünen, die dafür schon seit Jahren plädieren.

Stellt sich die Frage: Welche Forderungen kommen als nächstes, um weitere Wählerstimmen zu erhaschen? Den Liter Benzin auf 80 Cent begrenzen? Den BND abschaffen? Freie Bildung für alle? Griechen raus aus dem Euro? Verbot von Streiks?

Widerspricht Cannabis-Legalisierung dem liberalen Gedanken?

Das ist natürlich Humbug und es wären nur populistische Parolen. Aber die Kehrtwende bei der Legalisierung von Cannabis ist eine logische Schlussfolgerung des liberalen Gedankens. Der mündige Bürger ist selbst dafür verantwortlich, was er konsumiert und in welchen Mengen. Aber geht das nicht zu weit? Hört bei der Gesundheit die Liberalisierung auf?

Nein! Denn einerseits soll nicht jeder immer und überall an das Rauschmittel kommen und andererseits plant die FDP Cannabis, wie Zigaretten und Alkohol, zu besteuern. Damit würde der Verkauf von Haschisch jede Menge Geld in die Staatskassen spülen. Die FDP rechnet mit rund einer Milliarde Euro. Zusammen mit dem eingesparten Geld bei Justiz und Polizei, würde dann kräftig in Jugendschutz und Drogenprävention investiert werden.

Natürlich springt die FDP damit nur auf einen Zug, dessen Lokführer die Grünen sind. Aber das ist ein legitimes Mittel in der Politik, um gewählt zu werden. Im nächsten Jahr, so das Ziel des FDP-Chefs Lindner, können die Liberalen bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sogar wieder in die Regierung kommen und dann für diese Forderung politisch mehr Druck ausüben. Bis dahin heißt es aber: mit dem neuen Profil auf Wählerfang gehen.

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