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Bettina Bäumlisberger, Chefredakteurin des Münchner Merkur.

Kommentar von Bettina Bäumlisberger

Kommentar zur Flüchtlingskrise: Merkel ist angezählt

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München -  "Merkel ist angezählt" meint Bettina Bäumlisberger, Chefredakteurin des Münchner Merkur, in ihrem Kommentar zur Flüchtlingskrise.

Es gärt in der Union, die Stimmung ist mies, die Kanzlerin politisch angeschlagen wie seit Jahren nicht. Merkels aufmunternd gemeinte „Yes, we can“-Strategie in der Flüchtlingskrise geht nicht auf – mangels politischer Antworten auf Konflikte, die der nicht enden wollende Migrantenstrom mit sich bringt und mangels Akzeptanz bei Parteivolk und Wählern. Die sonst so kühl analysierende Physikerin hat sich verkalkuliert. Schon kursieren Ablöse-Szenarien für Merkel. Das dürfte verfrüht sein.

Die Parteisoldaten grummeln, aber sie putschen nicht gegen die Chefin. Momentan ist die Nummer eins nicht ersetzbar. Außerdem ist Angela Merkel eine Kämpfernatur und hat in den vergangenen Tagen wichtige realpolitische Signale gesetzt: Das Plazet für Transitzonen etwa oder verstärkte Rückführungen von Nicht-Asyl-Berechtigten – notfalls mit Hilfe der Bundeswehr. Die in den eigenen Reihen geforderte Kurskorrektur läutet die Kanzlerin sukzessive ein. Zudem wissen die Aufmüpfigen in der Union, dass zu viel interne Kritik auch der Partei insgesamt schadet, wie die jüngsten Umfragewerte zeigen. Aktuell würden nur noch 36 Prozent die Union wählen, ein Drei-Jahres-Tief. Je mehr Flüchtlinge einwandern, desto mehr CDU/CSU-Wähler wandern ab.

Von Bettina Bäumlisberger

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