Merkur-Kommentar

Frankreich und Italien in der Flüchtlingskrise: Endlich aktiv

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Emmanuel Macron will in den nächsten Monaten „Hotspots“ für Flüchtlinge in Libyen einrichten - notfalls auch ohne die Unterstützung der EU. Schnell aber muss Paris zurückrudern. Sebastian Horsch kommentiert. 

Hat Emmanuel Macron mal eben die Flüchtlingskrise im Mittelmeer gelöst? Der französische Präsident bringt seinen libyschen Amtskollegen und dessen Gegenspieler zur Vernunft, demnächst laufen dann sämtliche Asyl-Verfahren über die von Frankreich errichteten Hotspots in Libyen, und die Migranten, die sich trotzdem noch in Schlepperboote setzen, fängt die italienische Marine schon an der nordafrikanischen Küste ab. Alles so einfach? Eher nicht.

Die Hoffnung, dass ein einziges Treffen und ein paar vage Zugeständnisse aus einem völlig zerrütteten und strukturlosen Staat einen verlässlichen Partner machen, klingt zu schön, um wahr zu sein. Doch selbst wenn es so simpel nicht funktionieren sollte, hat Macron einen Schritt für Europa gemacht, indem er es nun vielleicht endlich dazu bringt zu handeln.

Sicher ist, dass diese Krise niemand für die EU löst. Sie muss das selbst tun. Die Italiener, die die Probleme gerade am stärksten spüren, haben das offenbar begriffen. Wenn ihre Marine den Schleppern in libyschen Gewässern das Leben schwerer macht, ist das gut. Es ist vielleicht nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zur großen Lösung, aber es ist mehr, als die strategielos zaudernde und streitende EU bisher geschafft hat.

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