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Deutschlands Eigentor gegen deutsches Gas

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Dirk Ippen kommentiert die Gas-Krise in Deutschland.
Dirk Ippen kommentiert die Gas-Krise in Deutschland. © Sven Hoppe/dpa

In Deutschland wurde in den vergangenen Jahren aus Furcht vor dem „Fracking“ die Gas-Produktion heruntergefahren. Dirk Ippen regt im Merkur-Kommentar die Rückkehr an.

München – Deutschland ist nur scheinbar nicht so glücklich wie Holland. In dessen Provinz Groningen, gleich hinter der deutschen Grenze, gibt es ein riesiges unterirdisches Gasfeld. Das wird seit 1959 genutzt. Aber auch wir haben eigene Gasreserven von geschätzten 800 Milliarden Kubikmetern.

Noch um die Jahrtausendwende wurden so jährlich 20 Milliarden Kubikmeter Naturgas problemlos im eigenen Land abgepumpt. Das ist etwa ein Viertel unseres Jahresbedarfes. Aus irrationaler Furcht vor dem sogenannten „Fracking“ wurde diese Produktion inzwischen heruntergefahren auf fünf bis sechs Milliarden Kubikmeter.

Merkel-Regierung verbot Gasgewinnung durch Fracking

Dabei haben deutsche Firmen die Technik des hydraulischen Erschließens von Gasreserven im Schiefergestein („Fracking“) seit 1950 genutzt. Kein einziger Unfall und kein ernsthafter Umweltschaden dazu ist bekannt geworden. Als aber 2008 die US-Ölfirma Exxon diese Technik auf einem großen norddeutschen Gasfeld einsetzen wollte, schloss sich die Grüne Partei dem Protest von Umweltschützern gegen dieses Vorhaben an. In dasselbe Horn blies Russlands Propaganda-Sender „Russland Heute“. Fracking verursache gefährliche Strahlung, Emissionen von Methan und giftigen Abfall. Außerdem werde das Grundwasser verschmutzt und ein Fischsterben verursacht.

Sogar Präsident Putin persönlich erklärte dazu auf einer internationalen Konferenz, durch Fracking werde aus den Wasserhähnen in unseren Küchen schwarzer Schleim statt sauberen Wassers sprudeln. 2017 war es dann so weit, dass diese nicht ganz uneigennützige Propaganda Früchte trug. Ein Gesetz der Merkel-Regierung hat seither die Gasgewinnung durch Fracking in Deutschland verboten.

Fracking-Gas: Deutschland stolperte in Putin-Falle

Vergeblich hat die Industrie seither versucht zu erklären, dass Fracking nicht nur vollkommen ungefährlich ist, sondern ein absolut sicheres Verfahren der Gaserschließung. Insbesondere mit dem angeblich gefährdeten Grundwasser hat diese Technik gar nichts zu tun. Das Gas liegt 3000 Meter tief, meilenweit unter dem Grundwasserspiegel.

Jetzt endlich will niemand mehr auf Russlands Propaganda hören. Auch bei den Grünen-Mitgliedern der Bundesregierung ist ja die Erkenntnis gereift, in welche Falle der Energienot Deutschland, blind und von Putins Schmeicheleien verführt, träumerisch gestolpert ist.

Fracking-Methoden können heimisches Gas fördern

Aber es ist noch möglich, zur Vernunft zurückzukehren. Deutsche Gasproduzenten könnten mit den heutigen, noch besseren Fracking-Methoden innerhalb von 18 bis 24 Monaten doppelt so viel heimisches Gas fördern als bisher. Und das nicht nur kurzfristig, sondern auf Dauer bis in das nächste Jahrhundert. Ein schöner Schritt wäre das zur Gasversorgung, unabhängig von Importen.

Ob die Ampel-Koalition es schafft, das Fracking-Verbot von 2017 aufzuheben, das ist – ebenso wie die Zulassung von Kernkraft – so etwas wie ein Lackmus-Test darauf, wie ernst sie es damit meint, Deutschlands Energieversorgung und damit unseren Wohlstand zu sichern. Wind, Sonne, Wasserstoff-Technik oder gar Fusionsenergie sind Hoffnungsträger, die man weiterentwickeln soll. Aber sie sichern in keiner Weise unsere Versorgung in den kommenden Jahren.

Es ist unsinnig, gleichzeitig aus Kernkraft, Kohle und Gas auszusteigen, so wie es die Grünen und ihre Anhänger seit Jahr und Tag vehement fordern. Energiewende geht anders, mit Vernunft statt mit Träumen. Dirk Ippen

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