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Merkur-Autor Christian Deutschländer.

Der Bundespräsident und die Flüchtlingspolitik

Kommentar: Gaucks Botschaft an die Kanzlerin

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München - Der Rat von Bundespräsident Joachim Gauck angesichts der Flüchtlingskrise die Augen zu öffnen, geht vor allem an die Adresse von Kanzlerin Angela Merkel - findet Merkur-Autor Christian Deutschländer.

Der Bundespräsident hat nur die Macht des Wortes, was Ohnmacht ist, falls keiner zuhört. An seine aktuelle Mahnung, Begrenzungsstrategien könnten „moralisch geboten“ sein, darf man sich aber noch länger erinnern. Joachim Gauck trifft präzise einen neuralgischen Punkt der Debatte um die Merkel-Flüchtlingspolitik.

CDU stürzt ab, die AfD erstarkt

Drei Ebenen hatte die Kanzlerin, um ihr „Wir schaffen das“ zu rechtfertigen. Der enorme Zuzug von Flüchtlingen als sachlich geboten, etwa zur Stabilisierung der schrumpfenden Nation? Fällt schwer, seit den Deutschen die hohen Kosten und Risiken klar wurden. Die Merkel-Politik als Strategie zur Stützung von Union und Regierung? Wohl kaum, die CDU stürzt nach einem Moment nationaler Willkommens-Euphorie ab, die AfD erstarkt und Merkel ist dem Amtsverlust näher denn je. Der Ansatz, der Menschlichkeit zu dienen, einer höheren Moral als der des kleinteiligen Politikbetriebs? Wohlmeinende halten das für Merkels Antrieb; andere vermuten, sie sei nur unwillig, schwere Fehler einzugestehen.

Gaucks Ansage heißt im Klartext: Sucht euch gründlicher aus, wem ihr helft! Redet über die Grenzen der Hilfsbereitschaft! Verliert die eigene Bevölkerung nicht aus dem Blick! Der Präsident rät dem Land, die Augen zu öffnen. Nun – das ist vor allem ein Rat an die Kanzlerin.

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