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Christian Deutschländer.

Der Grund ist interessant

Kommentar zur CSU-Entgleisung „Schizo-Schulz“

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Die CSU beschimpft den SPD-Kanzlerkandidaten als „Schizo-Schulz“. Nach der dritten Fischsemmel sind CSU-General Scheuer da doch die Geschmacksgrenzen verrutscht. Interessanter als die Entgleisung ist ihr Hintergrund. Ein Kommentar.

Dass sich die Christsozialen in Passau so an Schulz abmühten, hat Ursachen. Der neue Herausforderer ist einerseits willkommen, andererseits nicht geheuer.

Willkommen ist er, weil in personalisierten Wahlkämpfen Emotionen wichtig sind. Begeisterung und Leidenschaft auf die bestenfalls nüchterne Unions-Kandidatin Merkel zu lenken, ist zumindest in Bayern echt schwierig. Schulz als Feindbild aufzuladen und so Wähler zu mobilisieren, könnte hingegen klappen. Ungeheuer ist er der CSU allerdings, weil er inhaltlich so schwer zu packen ist. Wofür steht Schulz? Bisher fürchten sich die Wähler nämlich gar nicht so arg vor dem Herrn aus Würselen. Auch Rot-Rot-Grün ist noch nicht so sehr ein Schreckgespenst, wie sich die CSU das wünschen würde. Was soll schon passieren, fragt sich mancher Wähler bitter – kommen dann offene Grenzen, ein schlechter Innenminister, unmotivierte Wirtschaftspolitik? Also kurz gesagt, das, was unter Merkel auch schon war?

Schulz ist nicht schizophren, sondern schwammig. Er lässt seine Positionen im Vagen, irgendwas mit sozialer Gerechtigkeit und so. Das macht es seinen politischen Gegnern schwer. Die CSU und – wenn sie mal aus dem Winterschlaf erwacht – die CDU müssen Schulz stellen, nicht beschimpfen. Das erfordert mehr Kreativität und Hirnschmalz, als in Passau gezeigt wurden.

Der Politische Aschermittwoch im Ticker - hier zum Nachlesen.

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