Lage ernster als erwartet: Brand an der Wiesn breitet sich aus

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Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer.

Gerüchte um Koalitionsbruch

Kommentar: Holt Seehofer die CSU aus der GroKo? Schön blöd wäre er!

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München - Holt Seehofer die CSU aus der Großen Koalition? Ein Kommentar von Mike Schier zu einem möglichen Koalitionsbruch wegen der Flüchtlingskrise.

Es ist eine Zeit voller politischer Aufgeregtheiten. Wer in der Flüchtlingsfrage eine Meinung äußert, wird rasch wahlweise als Gutmensch oder Pegida-Anhänger verunglimpft. Auch Horst Seehofer muss dies erfahren: Seit Wochen versucht er – mal mehr, mal weniger akzentuiert – klarzumachen, dass eine Integration hunderttausender Flüchtlinge nur dann gelingen kann, wenn die Zuwanderung in geordneten Bahnen verläuft und irgendwann begrenzt wird. Das mutiert in den derzeit ungewöhnlich emotionalen Medien und den schon immer leicht erregbaren sozialen Netzwerken dann zu „Ultimaten“, „Drohungen“ oder gar „Hetzkampagnen“.

Versuchen wir es nüchtern: Der Ministerpräsident spricht für Bayern, das ungleich stärker von der Flüchtlingsthematik betroffen ist als andere Länder (und von denen nicht sonderlich viel Solidarität erfährt). Allein am Mittwoch wurden 75 Busse mit Flüchtlingen in Niederbayern erwartet. Inzwischen mag das als Randnotiz durchgehen. Es ist aber keine! Immer lauter beklagen Politiker von der Basis Probleme aus der Praxis – vom Grünen Tübinger Bürgermeister Boris Palmer bis nun zum Dingolfinger SPD-Landrat Heinrich Trapp. Menschen, die merken, wie schwer Merkels „Wir schaffen das“ umzusetzen ist. Nicht mehr versucht Seehofer der Kanzlerin klarzumachen.

Absturz von CDU und CSU in den Umfragen treibt Seehofer um

Seit Mittwoch wird am ganz großen Rad gedreht: Seehofer erwäge den Koalitionsbruch. Bei einigen in Berlin mag da eher der Wunsch Vater des Gedankens sein. Die einzige Antwort auf derlei Gerüchte lautet aber: Schön blöd wäre er! Die Bedeutung der CSU entspringt nicht der Tatsache, dass sie das schöne Bayern regiert. Allein die Rolle im Bund verschafft der Partei auch im Freistaat ihre herausgehobene Stellung. Wo sonst gibt es denn einen Ministerpräsidenten, der regelmäßig zu Kuschelrunden mit der Kanzlerin und ihrem Vize fährt? So eine Position gibt man nicht einfach auf. Richtig ist aber: Der dramatische Absturz der Unionsparteien in den Umfragen treibt Seehofer gewaltig um. Er bangt um sein Erbe, die absolute Mehrheit. Und zumindest diese Sorge sollte auch die Kanzlerin teilen, falls sie 2017 wiedergewählt werden will.

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