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Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis

Innenminister Thomas de Maiziere und seine syrischen Helfer

Kommentar: Der spröde Dank des Ministers

Das Bundesverdienstkreuz fordern viele Politiker für die drei Syrer, die einen dringend terrorverdächtigen Landsmann überwältigten und der Polizei übergaben. Vom Innenminister gab‘s dafür aber nur warme Worte.

Anders als die sächsische Polizei haben drei syrische Flüchtlinge alles richtig gemacht, um in Leipzig einen 22-jährigen Terror-Landsmann unschädlich zu machen. Nach Tagen des Schweigens gab es vom Bundesinnenminister dafür gestern „Dank und Anerkennung“ – allerdings nur in einem ziemlich spröden, in schönstem Beamtendeutsch abgefassten Satz, dem die Drei am Abend in den Fernsehnachrichten lauschen durften. Zum Vergleich: Als in Frankreich kürzlich drei US-GIs einen Attentäter in einem Thalys-Zug überwältigten, gab es am nächsten Tag einen Orden, nebst Audienz beim Staatspräsidenten.

Auch wenn man das Verhalten der drei Syrer für selbstverständlich hält – ein wenig mehr republikanisches Pathos hätte schon sein dürfen. Schließlich wird es in Zukunft immer wieder darauf ankommen, neben der einheimischen Bevölkerung auch die muslimischen Gemeinden, die Flüchtlinge und Asylbewerber zur Mitarbeit beim Aufspüren von Gefährdern zu gewinnen. Anders wird der Kampf gegen islamistische Schläfer, die sich Deutschland als neues Kampfgebiet ausgesucht haben und wenig Mühe hatten, in den Wirren des Flüchtlingschaos 2015 hier unterzutauchen, nicht zu gewinnen sein.

Wachsamkeit ist das Gebot der Stunde. Das gilt auch für die Sicherheitsbehörden, die jetzt die Möglichkeit erhalten sollen, ausreisepflichtige Gefährder bis zur Abschiebung vorsorglich in Haft zu nehmen. Und auch eine nachträgliche Überprüfung von Migranten, die 2015 ohne oder mit gefälschten Pässen ins Land kamen, muss möglich sein. Das hat mit Generalverdacht nichts zu tun. Sondern mit gesunder Vorsicht. Auch im Interesse der Flüchtlinge selbst.

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