Internet und Smartphones bei Kindern

Kommentar: Wo die Schule versagt

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München - Immer mehr Kinder sind süchtig nach Smartphone und Internet. Der Staat versagt bei diesem Thema völlig. Ein Kommentar. 

Wer ein Medikament kauft, der wird über Risiken und Nebenwirkungen in der Packungsbeilage aufgeklärt. Wer ein Smartphone kauft, der kauft vielleicht auch ein Risiko mit – aber darüber aufgeklärt wird er nicht. Notwendig wäre das aber schon, denn jeder Vater, jede Mutter mit Kindern so ab 10 Jahren aufwärts kennt die Fragestellung: Ab wann erlaube ich meiner Tochter, meinem Sohn das Handy? Ab wann ist WhatsApp gestattet (offiziell ab 16, aber das beachtet niemand)? Reicht nicht auch der sichere, aber wenig gebräuchliche Dienst Threema? Gottseidank kommen die Eltern meist wenigstens um das Thema Facebook rum – das gilt nämlich bei Teenies als Uralt-Dienst. Trotzdem ist es kein Wunder, dass Experten auf dem Deutschen Suchtkongress in Berlin Eltern große Unsicherheit bei diesem Thema attestieren.

Leider versagt hier der Staat als viel beschworener Bestandteil einer Erziehungspartnerschaft völlig. Das Kultusministerium lässt eine konsistente Linie im Umgang mit dem Thema Internet/Handy vermissen. An den Schulen gibt es ein veraltetes, ursprünglich wegen Mobbing-Fällen ersonnenes Handy-Verbot, während Lehrern gleichzeitig das Bilden von WhatsApp-Gruppen im Klassenverband erlaubt ist und sie zu Versuchen mit iPad-Klassen und Whiteboards ermuntert werden. Kein Wunder, dass die Eltern im Zweifelsfall die Dinge lieber laufen lassen – wer will schon, dass sein Kind plötzlich Außenseiter ist, weil es in der Klasse nicht mitchatten darf.

Rubriklistenbild: © Haag Klaus

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