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Werner Menner kommentiert hier.

Islamisten nehmen Geiseln in Mali

Kommentar: Aufmarsch der Radikalen

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Die gewaltbereiten Fanatiker sind auf dem Vormarsch. Mit Worten ist ihnen nicht beizukommen, meint Merkur-Redakteur Werner Menner. Ein Kommentar.

Als französische und afrikanische Truppen 2013 die Islamisten aus Nord-Mali vertrieben, glaubten Politiker auch in Europa, einen (Teil-) Sieg über den radikalen Islam und den mit ihm verbundenen Terrorismus feiern zu können. Lautes Jubeln vertreibt keine bösen Geister – und dass die Terroristen damals aus einigen Städten verjagt wurden, hat mit einem Erfolg der Streiter für Recht und Ordnung nach europäischem Muster wenig zu tun.

Mit dem Überfall vom Freitag und der Geiselnahme in der Hauptstadt Bamako, bei der es viele Tote gab, haben die Islamisten deutlich gemacht, dass ihre Macht ungebrochen und kein Ort in Mali vor Anschlägen sicher ist. Auch wenn Mali ein gescheiterter Staat und schon allein deshalb ein offenes Feld für Terrorbanden ist, so gehört es dennoch zu den bitteren Erkenntnissen dieser Tage, dass – trotz exzellenter Arbeit der Abwehrkräfte – weltweit die gewaltbereiten Fanatiker auf dem Vormarsch sind. Und dass diesem Krebsgeschwür mit Worten nicht beizukommen ist.

Wie Syrien und Libyen ist auch Mali zum Aufmarschplatz der Radikalen geworden. Andar-Dine-Salafisten, Boko-Haram-Kämpfer, El-Kaida-Islamisten und auch IS-Anhänger haben ihre blutigen Hände im Spiel. Frankreich versucht seit Jahren, die Integrität Malis zu erhalten. Doch das geht nur mit einer landesweit akzeptierten Regierung – und die ist nicht in Sicht. Der Wunsch der Europäer und Franzosen, Malis Bodenschätze möglichst ungestört ausbeuten zu können, mag legitim sein. Aber er ist zweitrangig, gemessen an der Gefahr, die Europa durch Islamisten auch aus Nordafrika droht. Höchste Zeit also, sich endlich zu einer konzertierten Aktion durchzuringen – und dabei vor dem Wort Kampfeinsatz nicht zurückzuschrecken.

Werner Menner

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