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Juso-Chef Kevin Kühnert

Kommentar

Kevin Kühnert blamiert sich: Merkel und Nahles sagen danke

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Vordergründig scheinen die jüngsten Ideen vom Juso-Sprecher Kevin Kühnert schädlich für die SPD. Doch für SPD-Chefin Andrea Nahles hat das auch etwas Gutes. Ein Kommentar von Georg Anastasiadis, Chefredakteur des Münchner Merkur.

Das Drehbuch für die Tage nach der Europawahl am 26. Mai war schon geschrieben: Die SPD würde in ihre nächste schlimme Niederlage taumeln. Darauf würde die Parteilinke unter Führung von Juso-Chef Kevin Kühnert sagen: So geht es nicht weiter. Und zum Aufstand gegen die Parteispitze um Andrea Nahles aufrufen. Die Große Koalition wäre am Ende – und mit ihr die Kanzlerin.

Jetzt ist Kühnert nur noch der Maduro von Deutschland

Georg Anastasiadis, Chefredakteur des Münchner Merkur.

Das war, bevor sich Kevin Kühnert mit seinen Kollektivierungs-Phantasien in einem „Zeit“-Interview lächerlich gemacht hat. Jetzt ist er nicht mehr die Zukunftshoffnung der Partei. Sondern nur noch noch der Maduro von Deutschland, ein Wirrkopf, der BMW-Aktionären und Wohnungseigentümern den Besitz entwinden will. Ein abgebrochener junger Mann, der nichts zu Ende gelernt hat, aber eben mal die soziale Marktwirtschaft abschaffen möchte. Nun haben nostalgische Erinnerungen an die DDR ja seit einiger Zeit Konjunktur hierzulande, nicht nur bei der Linkspartei, die sich jüngst mit dem Hunger-Regime in Venezuela solidarisch erklärte. Aber über Kühnerts steile Thesen staunen selbst die schneidigen Enteignungs-Grünen.

Der SPD droht jetzt noch immer – oder erst recht! – eine Klatsche bei der Europawahl. Aber nur wenige in der Partei dürften jetzt noch auf die Idee kommen, dem irrlichternden Juso-Chef ins sozialistische Phantasialand hinterherzustolpern. Dann doch lieber die berechenbare, wenn auch manchmal etwas peinliche Andrea Nahles. Die SPD-Chefin ist ihren lästigen Schattenmann los. Bätschi. Und Angela Merkel hat den nächsten Widersacher ausgesessen. Das Drehbuch zur Ablösung der Kanzlerin ist, allen fiebrigen Spekulationen der letzten Tage zum Trotz, noch nicht geschrieben.

Sie erreichen den Autor unter Georg.Anastasiadis@merkur.de

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