Medienbericht: Gewalttat in Lübeck - Mehrere Verletzte

Medienbericht: Gewalttat in Lübeck - Mehrere Verletzte
Georg Anastasiadis. 

Kommentar von Georg Anastasiadis

Kölner Attacke und Flüchtlingskrise: Das Fieber steigt

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München - Das  Kölner Messerattentat auf die künftige Oberbürgermeisterin schockt Deutschland. Spätestens jetzt wird klar: Das Fieber steigt. Ein Kommentar von Georg Anastasiadis. 

Der Messer-Attentäter von Köln, der die dortige OB-Kandidatin für ihre Willkommenspolitik töten wollte, ist ein aktenkundiger Neonazi und Fremdenhasser. Das überrascht nicht. Aber es darf uns auch nicht zur Tagesordnung übergehen lassen, nach dem Motto: Aktendeckel zu und weiter in der Flüchtlingsdebatte wie gehabt.

Köln, das ist die Wahnsinnstat eines geistig Verirrten. Aber es ist auch die giftige Frucht eines Streites, der zuletzt immer unversöhnlicher ausgetragen wurde, am enthemmtesten und abstoßendsten in den anonymen Foren des Internets. Und zwar auf beiden Seiten. Da werden jene, die Flüchtlinge freundlich willkommen heißen, plötzlich zu Volksverrätern. Und jene, die wie CSU-Chef Seehofer für eine Begrenzung der Zuwanderung eintreten, zu gewissenlosen Stichwortgebern für gewaltbereite rechte Glatzköpfe – zuletzt auf dem Parteitag der bayerischen Grünen.

Das eine ist so falsch wie das andere. Wer hilft und auf Deutschlands (auch geschichtlich begründete) humanitäre Pflicht verweist, hat ehrenwerte und gewichtige Argumente auf seiner Seite. Umgekehrt wäre es aber ein fataler Irrtum zu glauben, das Verschweigen von Problemen im Kontext der aktuellen Zuwanderungswelle würde Menschenfeinden den Nährboden für ihren Hass entziehen. Das Gegenteil ist der Fall. Tabus sind der Stoff, der sich in den Händen rechter Alchimisten zu Gold verwandelt.

Deutschland fiebert. Angesichts der historischen Schwere der Herausforderung ist mit einer schnellen Beruhigung leider nicht zu rechnen. Das erlegt, bei allen legitimen Meinungsverschiedenheiten, uns allen – Bürgern, Politikern, Journalisten – die Verantwortung auf, Worte sorgfältig zu wählen. Anders als in der Euro-Krise geht es nicht mehr nur um Geld. Diesmal geht es um Menschen.

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