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Die CDU-Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer verzichtet auf eine Kanzlerkandidatur und wird auch den Parteivorsitz abgeben.

Kramp-Karrenbauer gibt auf

Kommentar: Kramp-Karrenbauer zielt auf Merkels Sturz

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Die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer gibt ein Amt zurück, das ihr in Wahrheit nie gehörte. Denn die oberste Befehlsgewalt in der CDU übte immer Angela Merkel aus. Doch das von AKK ausgelöste Berliner Beben könnte nun auch das Ende von Merkels Kanzlerschaft einläuten. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis. 

Annegret Kramp-Karrenbauers Rücktritt ist der Versuch, für sich als Mensch ein kleines Stück Würde zu retten. Diese Würde ist der CDU-Vorsitzenden Stück für Stück genommen worden: Erst lästerten Parteifreunde immer offener über ihre Unfähigkeit. Dann pfiff der Landesverband Thüringen auf das Machtwort der Chefin. Zuletzt riss die Kanzlerin, die Schwäche ihrer Ziehtochter spürend, das Heft des Handelns an sich. Sie forderte die Rückabwicklung der Ministerpräsidentenwahl in Erfurt, sie telefonierte mit dem linken Ex-Ministerpräsidenten Ramelow – gerade so, als wäre sie immer noch Vorsitzende der Partei, die sie schon lange nicht mehr haben will.

AKK durfte immer nur die Als-ob-Vorsitzende sein

Das war eine beispiellose Brüskierung ihrer Nachfolgerin, aber es war immerhin ehrlich: Denn Angela Merkel hat, der Ämterteilung zum Trotz, in Wahrheit immer die ganze Macht in der CDU behalten. Ihr Rückzug vom Parteivorsitz war ein Täuschungsmanöver. AKK durfte immer nur die Als-ob-Vorsitzende sein: eine Königin ohne Land, mit Amt, aber ohne Gestaltungsmöglichkeit. Jetzt ist sie Merkels letztes Opfer geworden.

Man kann Kramp-Karrenbauer vieles vorwerfen: Naivität im Umgang mit der Vorgängerin, kommunikatives Unvermögen, fehlendes Format. Aber nicht sie ist es, die die CDU dorthin geführt hat, wo sie nun steht: am Rande des Abgrunds. Sondern Angela Merkel. Sie ist die Frau, die die CDU wie Plastilin geformt und in 18 Jahren zu einer weiteren sozialdemokratischen Partei umgemodelt hat, die sich mit ihrer unverantwortlichen Tür-auf-Migrationspolitik, dem horrend teuren Energiewende-Experiment und der planwirtschaftlichen Klima-Agenda nur noch in Nuancen von SPD oder Grünen unterscheidet – und sich auch noch wundert, dass sie von links und rechts hergewatscht wird.

Viel sehnlicher als auf den AKK-Rücktritt warten große Teile der Partei deshalb auf den Abgang der Kanzlerin. Der letzte Rat, den die scheidende CDU-Chefin ihrer Partei mit auf den Weg gibt, hat es in sich:  Kanzlerschaft, Kanzlerkandidatur und Parteivorsitz gehören wieder in eine Hand, verlangt Kramp-Karrenbauer. Das zielt auf die Beschleunigung von Merkels quälend langem Abschied. Schließlich kann diese selbst es ja wohl nicht mehr sein, die die drei Ämter in ihrer Person vereint. Wer immer den Parteivorsitz übernimmt, muss eines vermeiden: neben Merkel herzuwursteln - und dabei zerrieben zu werden wie Kramp-Karrenbauer. 

CDU und CSU müssen sich von ihrer Übermutter lösen

Die CDU wäre von Sinnen, würde sie das gescheiterte Experiment Doppelspitze nun in leicht veränderter Form fortsetzen – etwa mit einem Tandem aus Merkel und dem ihr treu ergebenen Armin Laschet.

Deutschlands Christdemokratie droht nach Merkel dasselbe Schicksal, das die andere einst große Volkspartei, die SPD, nach Schröder ereilte: entkernt, zerrissen, um ihre Identität ringend, dem Untergang entgegentaumelnd. CDU und CSU müssen sich, endlich, von ihrer Übermutter lösen und Neuwahlen wagen. Immerhin haben sie mit Friedrich Merz, Jens Spahn und Markus Söder Persönlichkeiten, denen ein Neuaufbruch zuzutrauen ist. Es gibt zumindest eine Chance. Die letzte.

Nach den desaströsen Ergebnissen für die CDU in Thüringen und Hamburg: Kramp-Karrenbauer attackiert den SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil - soll die SPD doch „diese Regierung verlassen“.

Georg Anastasiadis

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