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Kommentar: Libyen ist der falsche Partner

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Ein völlig kaputter Staat wie Libyen kann für Europa nicht den Schutz der Außengrenzen übernehmen. Merkur-Redakteur Sebastian Horsch kommentiert.

Eigentlich muss jeder wissen, dass es falsch ist. Wer die Geschichten aus libyschen Folterknasten hört, wer die Bilder sieht, der kann dorthin nicht ernsthaft Migranten zurückschicken wollen, wenn er die Werte ernst nimmt, für die die Europäische Union stehen will. Und doch ist genau das der Plan, mit dem die EU die Krise lösen will, die sich derzeit im Mittelmeer abspielt.

Die vergangene Flüchtlingskrise hat sich in die Köpfe gebrannt. Und seit sich die menschlichen Dramen im Mittelmeer täglich wiederholen und Österreich wieder droht, den Brenner zu schließen, ist das Gefühl von 2015 zurückgekehrt, dass die EU ihre Grenzen nicht im Griff hat. Krampfhaft hält Europa deshalb an einer vermeintlichen Lösung fest, die keine ist.

Eine Alternative schlägt Gerald Knaus vor. Auch an seinem Plan, Asylverfahren zu beschleunigen und Abkommen mit Herkunftsländern zu schließen, gibt es Kritik. Afrikanische Staaten seien nicht die Türkei. So einfach werde das nicht funktionieren. Doch trotz offener Fragen hat Knaus’ Vorschlag schon von Grund auf einen großen Vorteil: Er setzt nicht darauf, dass ein völlig kaputter Staat Menschen in grauenvolle Lager zurückbringt.

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