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Friedemann Diederichs.

Trumps künftiger Außenminister

Kommentar: Liebesgrüße nach Moskau

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Washington - Die jüngsten Berichte über die Personalplanungen von Donald Trump zeigen vor allem eins: Der zukünftige US-Präsident will auf Russland zugehen. Eine dramatische Kehrtwende.

Am Wochenende häuften sich in den USA die Indizien dafür, dass Donald Trump in den nächsten Tagen mit Rex Tillerson den Vorstandschef des Öl-Giganten Exxon zu seinem künftigen Außenminister berufen wird. Die Besetzung des wichtigsten Kabinettspostens käme ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, wo Noch-Präsident Barack Obama die Rolle Russlands bei der Wahlentscheidung untersuchen lässt – und wo die CIA deutliche Hinweise auf von Moskau gesteuerte Hack-Angriffe haben will. Trump hat diese Vermutungen sofort empört zurückgewiesen – und damit im Prinzip auch Russland verteidigt. Nun sendet er aller Voraussicht nach mit der Nominierung von Tillerson frische Liebesgrüße nach Moskau. Denn der Exxon-Chef „kann“ mit Putin ebenso gut wie „Gas-Gerd“ Schröder mit seinem Kreml-Freund. Tillersons Ablehnung von Sanktionen gegen Russland nach dem Krim-Landraub im Jahr 2014 hat das Verhältnis gewiss noch enger werden lassen.

Mit diesem Schulterschluss mit Moskau würde Trump bald eine neue Ära in der US-Außenpolitik einläuten. Trump revidiert damit die Hinwendung von Obama zur asiatisch-pazifischen Region – und macht gleichzeitig nach dem spektakulären Taiwan-Telefonat erneut deutlich, dass seine Politik auf eine Demütigung von China ausgerichtet sein wird. Dass sein Neustart der Beziehungen zu Russland allerdings auch mit den bisherigen Interessen der USA in Syrien und der Ukraine kollidieren könnte, ist vielen Republikanern bewusst. Sie hätten lieber Mitt Romney als ausgleichendes Gewicht im Kabinett gesehen.

politik@merkur.de

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