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Rudolf Ogiermann.

Türkischer Sportminister bei Anne Will

Kommentar: Man spricht Deutsch!

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München - Die Einladung des türkischen Sportministers zu „Anne Will“ war eine gute Idee, die Umsetzung aber ausbaufähig. Ein Kommentar von Rudolf Ogiermann.

Nichts anderes als eine „Propagandaplattform“ für die AKP sei die jüngste Ausgabe der ARD-Talkshow „Anne Will“ gewesen – so lässt sich die Kritik vieler Zuschauer am Tag danach zusammenfassen. War es also ein Fehler, den türkischen Sportminister Akif Kilic zum Gespräch zu bitten, um ihn zu Wegen aus der Krise zwischen Deutschland und der Türkei zu befragen? Ja und nein!

Um Konflikte zu entschärfen, ist es immer besser, mit- und nicht übereinander zu reden. Insofern war die Einladung keine schlechte Idee. Sie ist Ausdruck der Meinungsfreiheit in unserem Land, sie dient dem Austausch unterschiedlicher Standpunkte – mit dem nicht unerwünschten Nebeneffekt, dass sich Vertreter extremer Positionen auch einmal selbst entlarven. Die Programmmacher tun gut daran, an dieser Tradition festzuhalten, nicht zuletzt weil sie jedes Gespräch belebt.

Allerdings sollte man sich als Gastgeber entsprechend vorbereiten, damit der Gast nicht unwidersprochen seine Sicht der Dinge als „Wahrheit“ verkaufen kann. Die Fähigkeit, kritisch nachzufragen, ist die Voraussetzung für solche Debatten. Daran fehlte es am Sonntag. Und am Mut durchzusetzen, dass ein deutschsprachiger Diskussionsteilnehmer auch die ganze Sendung über Deutsch spricht.

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